Angsthasentreffen, Geschichten aus der Runde

“Ich verstehe Dich” – “ich rate Dir”

Angsthasentreffen:
Die Geschichten der Teilnehmer/innen

Angsthasentreffen, Stuhlkreis (hier noch in der alten Fahrschule)
Angsthasentreffen. Auf Bitten der Teilnehmer/innen sind die Gesichter im Foto angegraut. Die Tische haben wir beiseite geräumt. Die Beteiligten sitzen im Stuhlkreis. So entsteht keine Lernatmosphäre, im Gegenteil, gegenseitige Zuwendung. Alle können ihre bedrückenden Geschichten besser mitteilen, sich austauschen, gegenseitig Verständnis zeigen, sich aufmuntern. Als Angsthasenfahrlehrer höre ich ruhig zu, notiere wichtige Punkte am Smartboard, gebe eventuell einen Rat aus meiner praktischen Erfahrung.

Die Betreuung beginnt mit einer Einladung an alle Angsthasen/ Angsthäsinnen zu einem gemeinsam Treffen. Dort stelle ich unser Programm vor. Vor allem kommen die Anwesenden zu Wort, erzählen ihre Geschichte. Alle fühlen sich endlich verstanden, erhalten Trost. Sie lernen aber auch voneinander und von mir, dem Angsthasenfahrlehrer.

So beginnt und läuft der Prozess der Angstbewältigung:

  1. Die Betroffenen mit ihrer Angst hinterm Steuer fühlen sich verstanden, und
  2. sie erhalten einen vernünftigen Rat.

Alle Angsthäsinnen brauchen Mut

Der vernünftige Rat muss aber auch in die Praxis umgesetzt werden, der wichtigste Vorgang, der naturgemäß noch mehr Angst macht.

Soweit sind wir heute noch nicht. Noch herrscht das Wort vor, nicht das Handeln. Aber wir haben schon mal mit der Angstbewältigung begonnen.  Nicht vergessen, schon der Besuch des Angsthasentreffens ist für Menschen mit Angst hinterm Steuer eine aufregende Sache, erfordert viel Mut.

So möchte ich auch an dieser Stelle mit Geschichten beginnen, die ich und die anderen beim Angsthasentreffen gehört haben. Es sind berührende Geschichten, Beispiele für die Leidensgeschichten von Angsthasen/ Angsthäsinnen. Es sind aber auch Geschichten, die auch Mut machen. Im anschließenden Gespräch zeigt sich meistens schon ein Ansatz für die weitere Betreuung und Behandlung der Probleme.

 

Ich habe die Geschichten nach verschiedenen Ängsten gegliedert, die beim Autofahren auftreten können. Nach jeder Geschichte lesen Sie meinen Kommentar, was ich der betroffenen Angsthäsin raten würde.

Wenn Sie sich für den Hintergrund und den genaueren Ablauf des Angsthasentreffs interessieren, dann klicken Sie auf den Link Angsthasentreff

Hier fünf ganz typische Erzählungen in einer Runde:

1. Angst vor dem Auto – leider den Motor abgewürgt

Eine junge Frau quält sich während der Fahrschulausbildung mit dem Anfahren. Immer wieder würgt sie den Motor ab. Der Fahrlehrer, leider ungeduldig, raunzt sie an, sie würde sein Auto ruinieren. Sie sei unbegabt fürs Autofahren. Er empfiehlt ihr dringend, auf einem Automatik-Auto zu üben. Sie will das nicht, wechselt die Fahrschule, fährt weiter Schaltwagen. Der neue Fahrlehrer ist geduldiger. Doch etwas Angst vor dem Auto und dem Autofahren bleibt. Besonders Angst vor einer Fehlbedienung. Irgendwie schafft sie die Prüfung.

Autoangst - das Auto macht, was es will
Autoangst – die Angst vor dem Auto, der unberechenbaren Maschine, die macht, was sie will. Furcht vor Kontrollverlust und Unfall. Bedienung falsch, fehlerhaft, undurchschaubar. Das Auto springt, hüpft, dreht sich, wird plötzlich schneller, bremst, bleibt abrupt stehen – mit gefährlichen Folgen. Dagegen helfen auch nicht immer elektronische Assistenten, die ihr geheimnisvolles Eigenleben führen.

Einige Wochen später fährt sie, auf dem Weg zur Arbeit, über eine Kreuzung mit Vorfahrt von rechts. Von rechts kommt ein Auto, weit weg. Sie fährt langsam weiter vor, sieht das Auto rechts, noch in weiter Ferne, möchte losfahren. Da steigt die alte Angst wieder auf. Mitten auf der Kreuzung würgt die Angsthäsin ab. Inzwischen ist der andere Fahrer da, bremst und hupt, vorwurfsvoll. Sie verfällt in Panik, will schnell weg, nichts geht mehr, der Motor würgt jedes Mal ab. Schließlich fährt der andere um sie herum, guckt nach ihrer Erzählung böse. 

Hinterher klappt es trotz aller Aufregung irgendwie. Sie fährt den Wagen rechts in eine Lücke, geht zu Fuß zur Arbeit. Sie zweifelt an sich, hat Angst vor dem Auto. Das nächste Mal, so die Angst, verwechselt sie womöglich Gas und Bremse, es kommt zu einem schweren Unfall.

Nach diesem Vorfall vermeidet sie das Fahren mehrere Jahre, wegen der Unfallangst. Auch mit dem Automatik, so fürchtet sie, könne ein Unfall passieren. Außerdem  erscheint ihr das Fahren mit Automatik wie eine endgültige Niederlage. Eine Auffrischungsstunde bei dem zweiten Fahrlehrer hilft ihr ein bisschen fürs Anfahren, befreit sie nicht von der Angst.

Welche Hilfe ist möglich (mein Kommentar während der Angsthasenrunde) ?

Der erste Fahrlehrer hat die Angsthäsin beschimpft, sie für unbegabt erklärt, Automatik empfohlen. Das richtet sich gegen das Selbstbewusstsein. Unter diesen Umständen ist der Automatikwagen schlecht, da sie von nun an als unbegabt abgestempelt wäre. Sie kann diese alte Wunde allerdings wieder heilen. Außerdem ist die Überlegung von ihr schon richtig – auch mit Automatikwagen kann es durch Fehlbedienung zu einem Unfall kommen: Beispielsweise Verwechslung von Gas und Bremse!

Ich empfehle, das korrekte Anfahren mit dem Schaltwagen noch einmal in aller Ruhe zu üben, in einem verkehrsruhigen Gebiet: Mit etwas Gas, ungefähr drei Sekunden lang schleifender Kupplung anfahren, dann die Kupplung sanft loslassen. Zusammen mit einem netten, geduldigen Fahrlehrer würde sie das schaffen, so wie mit dem zweiten Fahrlehrer. Dasselbe auch im Verkehr. Allerdings wäre auch in diesem Falle die Angst vor dem Abwürgen, vor den bösen Blicken der anderen und vor der Scham wegen ihrer Unfähigkeit nicht weg.

Die normale Fahrschulausbildung kann den Betroffenen leider nicht helfen. Es fehlt das Verständnis der Fehlerangst. In einem weiteren Schritt würde ich eine Fehlerkorrektur-Übung durchführen, um die Angst vor dem Fehler zu mildern: 

Im ruhigen Gebiet üben wir den “Fehler”: Die Angsthäsin soll anfahren, würgt aber ganz bewusst den Motor ab. Sie gibt Gas, lässt die Kupplung zu schnell kommen. Und jetzt nicht gleich versuchen, die Kupplung zu treten, den Motor anzulassen- Nein, das kann warten! Zuallererst geht es darum, ruhig zu bleiben, ein bisschen den Verkehr zu beobachten, tief zu atmen.

Fehlerkorrekturübungen im Straßenverkehr

Solche Übungen können wir auch auf einer Kreuzung mit Vorfahrt von rechts durchführen. So, wie die Angsthäsin es erlebt hat, aber dieses Mal mit besserem Ausgang. Vor der Weiterfahrt muss sie unbedingt die Lage auf der Kreuzung überprüfen. Nächster Schritt wäre, den “Fehler” ganz bewusst an einer Ampelkreuzung bei Grün zu üben. Aber bitte nicht bei Grün losfahren und dann abwürgen. Das wäre für den nachfolgenden Fahrer gefährlich. Sondern stehen bleiben, die Bremse fest treten und so den Motor durch Loslassen der Kupplung abwürgen. Wir bleiben also schlicht und einfach stehen, damit es nicht zu gefährlichem Auffahren  des hinteren Fahrers kommt.

Wir sprechen über die Angstsituation: Sie hat Angst, dass es wieder nicht klappt, die anderen böse gucken, sie beschämt ist, vor allen anderen als Versagerin dasteht. Sie ist im Stress – “hoffentlich klappt das Anfahren” -, daher kommt es zu Muskelverspannung, der linke Fuß an der Kupplung arbeitet nicht mehr weich, sondern verkrampft, und zuckt weg.

Sie sollte sich klar machen, dass es harmlos ist, wenn das Anfahren nicht klappt. Jemand wird ein bisschen behindert – na und? Vielleicht kann sie demjenigen ein Lächeln schenken. Geht schon.

Gegen die Verkrampfung hilft natürlich eine Pause, aber auch die bekannte Progressive Muskelentspannung (PME) nach Jacobson. Diese können wir in einer Fahrpause  auch hier anwenden, indem wir das linke Bein voll gegen das Bodenblech anpressen, nach ca. fünf Sekunden loslassen und ausatmen. So wird die Beinmuskulatur wieder weich.

Moderne Schaltwagen haben elektronische Assistenzsysteme, die der Fahrerin in Problemsituationen helfen. In diesem Falle, wenn der Motor abgewürgt wird, tritt sie einfach die Kupplung, schon läuft der Motor wieder. Das allein hilft allerdings nicht bei ihrem Problem – –  Stress, Angst, Verkrampfung der Muskeln.  Im schlimmsten Fall würde sie pausenlos abwürgen und wieder anfahren. Da hilft auch der Assistent nicht mehr.

Fazit: Wir üben nicht nur das Richtige, wir beschäftigen uns auch mit dem Fehler und der Angst. Wir konfrontieren uns mit der Angst und beruhigen uns dabei. Wir stehen die Angstsituation locker und sicher durch.  

Automatik-Wagen? Wenn das alles wieder in Ordnung ist, dann würde ich der Angsthäsin eine Fahrt mit dem Automatikwagen empfehlen. Die Angsthäsin kann nun in Ruhe, ohne Druck, entscheiden, was für sie besser ist. Wahrscheinlich entscheidet sie sich gegen den Automatik-Wagen.

2. Ein Bagatellunfall – kleiner Blechschaden beim Parken

Stress beim Einparken rückwärts rechts - Blechschaden
Die Angsthäsin war beruflich in Eile. Dazu kam der Druck, dass links neben ihr eine Staukolonne langsam weiter fuhr und ihr wenig Zeit oder Platz zum Einparken ließ. Schließlich geriet sie so sehr unter Druck , dass es zu einer panischen, unbedachten Reaktion kam: Sie zog schnell nach rückwärts rechts. Dabei schwenkte aber das Vorderteil ihres Wagens – wie hier im Bild zu sehen – zuerst nach links Daher kam es dann zu dem im Text beschriebenen Blechschaden. In der Panik geht der Verstand verloren!

Eine junge Frau kommt aus einer Familie, die dem Autofahren immer sehr ängstlich gegenüber steht. Die Mutter möchte immer genauestens Bescheid wissen, ob ihre Tochter eine Autofahrt plant und spricht vorher lange mit ihr über mögliche Gefahren. Auch die Tochter macht sich inzwischen Gedanken über schlimme Folgen ihrer Fahrten.

Bei einer beruflichen Fahrt gerät sie in Hektik. Sie parkt unter Druck ein, verliert ein bisschen die Kontrolle, bemerkt nicht, dass der Vorderwagen beim Rückwärtsfahren nach links ausschwenkt. Sie kratzt dabei das links von ihr im Stau stehende Auto. Eigentlich ein Bagatellunfall, kein großer Blechschaden, sie regelt alles korrekt. Dennoch bleiben böse Gedanken zurück: “Ich kann es nicht. Das nächste Mal übersehe ich vielleicht beim Parken einen Menschen und drücke ihn mit dem Auto weg. Womöglich fällt der um, schlägt mit dem Kopf auf die Bordsteinkante, muss mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus.” Von der Mutter bestärkt, beschließt sie, das Autofahren lieber ganz aufzugeben.

Welche Hilfe ist möglich (mein Kommentar während der Angsthasenrunde) ?

Korrektes Parken: Wir können, wie üblich, mit der Angsthäsin noch einmal das korrekte Parken üben, Punkt für Punkt das Reagieren des Autos erklären, wenn rückwärts rechts in eine Parklücke am Fahrbahnrand eingeparkt wird. Das Verrückte dabei ist ja, dass wir nach rückwärts rechts lenken, zuerst aber mit dem Vorderwagen nach links geraten. Das kann ich auch mit einem lenkbaren Automodell erklären. Beim Parken selbst immer wieder aussteigen und nachschauen!

Fehlerkorrektur-Übung: Diese können wir am besten in einer Einbahnstraße durchführen. Wir stellen uns in Fahrtrichtung links rechts neben ein dort links geparktes Auto. Von dort versuchen wir, nach rückwärts rechts zu fahren – es geht nicht, immer geraten wir zu nah an das andere Auto. Wir schaffen es erst, wenn wir vorwärts und nach rechts fahren, und uns dadurch mehr Abstand zum links geparkten Auto verschaffen.

Angstsituation, Parken: Die Angsthäsin steht unter beruflichem Druck, sie müsste schnell einparken. Der Parkplatz ist zwar vorhanden, aber schwer erreichbar, wegen der Kolonne der anderen Fahrer, die das nötige Rangieren zum Einparken behindern. Meine Frage an die Teilnehmerinnen: Was könnte sie denn tun? Die Antwort war nicht überraschend. Welche Antwort, was meinen Sie, Leser/in dieser Webseite?

Stress und Angst beim Parken, blockierte Vernunft: Durch Stress und Angst kommt es heftigen, körperlichen Angstreaktionen: Die Muskeln verkrampfen, die Haut schwitzt, Atem und Herz gehen schneller, der freie, offene Blick wird zum Tunnelblick, die Vernunft wird abgeschaltet, blockiert. Gerade das Abschalten der Vernunft ist gefährlich. Eine schöne Übung dagegen ist das laute Sprechen, über die eigene Nervosität, über weiteres Verhalten. Damit wird der Atem normalisiert, die Vernunft kehrt zurück. Wenn dazu noch geübt wird, ganz bewusst zu schauen, ist schon viel gewonnen.

Angstsituation Angstgedanken nach dem Unfall: Nach dem Unfall wird sie von schlimmen Angstgedanken heim gesucht. Sie sei unfähig, nächstes Mal würde sie sogar einen Fußgänger anfahren, umwerfen, ihn dadurch schwer verletzen. Die Angstgedanken entstanden sicher auch durch die ständige negative Beeinflussung in der Familie. Diese können wir jedoch nicht mehr so schnell rückgängig machen. Sie kann sich vielleicht in Zukunft diese Beeinflussung für sich verbitten. Zweitens können wir durch viele kleine Erfolgserlebnisse während der Betreuungsfahrten wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufbauen. Drittens erfährt sie, dass nicht nur sie, sondern auch andere Teilnehmer im Straßenverkehr für die Sicherheit verantwortlich sind. So würde ein Fußgänger in einer Parklücke sich nicht von ihr anfahren lassen, sondern ausweichen oder laut schimpfen.

Elektronische Assistenzsysteme: Zahlreiche Assistenzsystem helfen, beim Rückwärtsfahren oder anderem Rangieren Unfälle zu vermeiden. Es gibt Sensoren hinten, seitlich und vorne, die Alarm durch lautes Piepen schlagen, wenn wir uns einer Person oder einem Gegenstand zu sehr nähern. Eine elektronische Rückfahrkamera zeigt in vielen modernen Autos einen ausgedehnten Weitwinkelblick auf die Lage hinter dem Auto. Ja, eine elektronische Einparkhilfe würde sogar signalisieren, dass das Einparken an dieser Stelle gar nicht möglich ist. Nur, diese schönen Hilfen nützen nicht viel, wenn die Angsthäsin wegen Druck und Angst blockiert ist. Dann wäre das ständige und heftige Piepen nur lästig, es würde wie im Nebel verschwinden.

3. Vom Land in die Großstadt – Angst vor dem dichten, schnellen Großstadtverkehr

Eine geübte Autofahrerin zieht mit ihrer Familie aus der ländlichen Gegend in die Großstadt um. Doch der Anblick des schnellen, dichten Verkehrs schreckt sie. Sie fürchtet Überforderung, fühlt sich unfähig, so wie die anderen mitzuschwimmen.

Schwieriger Fahrstreifenwechsel im Großstadtverkehr
Schwieriger Fahrstreifenwechsel im Großstadtverkehr.

Nach ihrem Gefühl drohen schwere Unfälle, wenn sie hier mithalten und den Fahrstreifen wechseln muss. Bekannte fordern sie auf, sich “einfach ins Auto zu setzen und los zu fahren.” Das lehnt sie für sich ab, sie findet die Haltung der Bekannten leichtsinnig und verantwortungslos. Sie will  aber auch nicht mehr mit ihnen reden, sondern verschiebt die Lösung auf später. Dann bemerkt sie, dass aus dem “später” eine dauernde Vermeidung geworden ist.

4. Panik auf der Autobahn

Ein junger Mann sieht sich beruflichem Stress ausgesetzt. Er fühlt keinen richtigen Ausweg. Mit seinem Auto auf der Autobahn unterwegs, erleidet er ohne Vorwarnung bei Tempo 150 eine Panikattacke. Das Herz klopft wie wild, er sieht nur noch unscharf, fühlt sich verkrampft und schweißbedeckt, hat das Gefühl, neben sich, ohne Kontrolle, zu sein. Er bremst ab, schleppt sich langsam fahrend bis zur nächsten Ausfahrt. Der Vorfall beschäftigt ihn sehr, viele Wochen fährt er nicht mehr Autobahn. Dann probiert er es doch wieder. Lange Zeit passiert nichts, dann schlägt die Panik wieder zu, mit voller Kraft, dieses Mal in einem Autobahntunnel. Nicht einmal ein Seitenstreifen ist vorhanden. Irgendwie schleppt er sich mit langsamem Tempo bis zur nächsten Ausfahrt.

Autobahn, Tunnel
Autobahn, Tunnel. Für Autobahnpaniker ist ein Tunnel oft angstauslösend. Denn man ist sozusagen eingesperrt, kann nicht raus, die Seitenstreifen sind schmal oder gar nicht vorhanden (hier  zu sehen: schmal. Man würde bei einem Nothalt mit dem Auto links über den Seitenstreifen in den normalen Fahrstreifen ragen), der übrige Verkehr ist am Drängeln.

Von Angst vor einer weiteren Panik gepeinigt, beschließt er, nie wieder auf die Autobahn zu fahren. Doch inzwischen merkt er, dass auch auf Bundesstraßen Panik droht. So beschränkt er sich beim Fahren auf Fahrten innerhalb der Großstadt.

5. Prüfungsangst

Eine Fahrschülerin steht kurz vor der praktischen Prüfung, ist leider sehr nervös. Die Eltern und ihre Freunde, erwarten viel von ihr, glauben, bei ihren Fähigkeiten sei die Prüfung leicht für sie. Doch sie hält die Anforderungen für sehr hoch, traut sich wenig zu. Bei der Ausbildung hat sie ihr Fahrlehrer ein paar Mal hart kritisiert. Sicher gut gemeint, sie fand die Kritik jedoch niederschmetternd.

Beim Kennenlernen des Prüfers auf dem Hof der Prüfstelle bringt sie kaum einen Ton heraus. Die Abfahrt erfolgt holprig, mit zitterndem Bein würgt sie mehrmals den Motor ab. Der Prüfer erkennt ihre Not, möchte ihr helfen und weist ihr eine ganz lange Parklücke als Einparkaufgabe zu. Sie schafft die Lücke nicht, ist nur noch ein Nervenbündel, ihr Gehirn fühlt sich leer an, alle Abläufe beim Parken sind weg.

Die Parklücke so lang – da sollte die Kandidatin doch reinkommen??

Nach dem Schock empfiehlt der Fahrlehrer fleißiges Üben, besonders das Parken. Doch bei der nächsten Prüfung packt sie wieder der Blackout (stressbedingter Gedächtnisverlust), dieses Mal in einer anderen Situation, beim Abbiegen nach rechts. Dort übersieht sie  einen Radfahrer. Nach der dritten, erfolglosen Prüfung mit hoher Nervosität hört sie schließlich auf und beschließt: “Nie wieder Prüfung!”

Was hilft gegen die Angst hinterm Steuer? Das Autofahren zu vermeiden ist keine Lösung

All diesen Ängsten beim Autofahren ist gemein:

  • Vorgeschichte:
    Sie haben eine lange Vorgeschichte, Familie, Schule oder Fahrschule spielen eine Rolle

  • Intensität:
    Sie plagen die Betroffenen sehr stark

  • Vermeidung:
    Sie führen bei den Betroffenen zum Schluss, das Autofahren, das so viel Angst und Schrecken mit sich bringt, zu meiden, oder zumindest in wichtigen Teilbereichen zu meiden (so bei dem jungen Mann mit Panik auf der Autobahn). Bei manchen dauert die Zeit der Vermeidung 20 Jahre und mehr!

Fahrvermeidung schafft zwar momentan Erleichterung, löst aber die Probleme nicht, sondern verschlimmert sie auf die Dauer eher. Was auch immer schlechter geht, ist der Umgang mit dem Auto und dem Verkehr. Zum Trost: Dennoch bleiben gewisse Grundfähigkeiten erhalten, auf die wir zu Beginn zurück greifen können. So wie jemand grundsätzlich das Radfahren gelernt hat. Das Balancehalten lässt sich nicht so einfach wieder verlernen, das bleibt. Oder ein anderes Beispiel: Das Schwimmen.

Lebenswende – so geht es nicht weiter: Ich gehe mit meiner Angst um, lerne wieder, stressfrei Auto zu fahren

Viele Betroffene bleiben aber Gott sei Dank nicht in diesem für sie selbst unfruchtbaren Zustand hängen. Sie erleben nach einiger Zeit eine richtige Lebenswende. Anstoß bietet oft eine neue berufliche oder familiäre Herausforderung. Oder schlicht und einfach die immer drängendere Frage: Ist es richtig, das ich mich  so von diesen Zwängen unter Druck setzen und einschränken lasse? Wäre es nicht schöner, wenn ich meine persönliche Freiheit wieder gewinnen und fahren würde, wann und wo ich möchte?

Und sie suchen dann im Internet oder im Gespräch mit anderen Betroffenen nach fachlicher Hilfe.

Welche Hilfen kann Ihnen die Angsthasenfahrschule bieten?

Wir empfehlen Ihnen, sich einen Ratgeber für Ihre Situation zu besorgen, in dem auf Ihre Probleme beim Fahren eingegangen wird.

Ratgeber “Keine Angst mehr hinterm Steuer”

Mit dem Ratgeber allein ist es nicht getan, Sie brauchen Unterstützung beim Fahren und bei der Bewältigung Ihrer Ängste. Zuerst im Fahrschulwagen, dann in Ihrem eigenen Wagen. Dabei hilft Ihnen die Angsthasenfahrschule.

Autoangst, Verkehrsangst, Unfallangst: Die zuerst beschriebenen Ängste beziehen sich eher auf besondere Situationen. Es sind spezielle Ängste (Angst vor dem Auto, vor dem Stadtverkehr, Angst vor Unfall). Daher sind sie mit kompetenter Hilfe ganz gut zu bewältigen. Dazu zählt aufgrund ihrer praktischen Erfahrung die Angsthasenfahrschule.

Panik auf der Autobahn, Prüfungsangst: Die nachfolgend beschriebenen Ängste kommen manchmal auch in in vielen anderen Lebensbereichen vor. Panik kann sich nicht nur auf der Autobahn, sondern beispielsweise auch im Aufzug oder im Supermarkt ereignen. Prüfungsangst ist eine soziale Angst. Die Betroffenen fürchten sich nicht nur während der Prüfung, sondern in anderer sozialer Umgebung vor Bewertung und Abwertung. Solche eher allgemeinen Ängste gehen oft tiefer und bedürfen zu ihrer Bewältigung oft eines Therapeuten.

Die Betroffenen wissen oft selbst am besten, ob sie eine Therapie brauchen. Diese Frage steht auch immer am Anfang der persönlichen Befragung während der ersten Betreuungsstunde. Auch, wenn die Betroffenen eine Therapie benötigen, ist die Einschaltung der Angsthasenfahrschule hilfreich, wenn es um die praktische Konfrontation mit den Ängsten geht. Seien es die Panikattacken auf der Autobahn, hier sind Angsthasenfahrlehrer in der Lage, im Fahrschulwagen für die Sicherheit und die Entspannung beim Aufkommen der Panik zu sorgen. Oder sei es bei Prüfungsangst. Hier sind Angsthasenfahrlehrer bei der Vorbereitung auf die Fahrprüfung gar nicht zu ersetzen.

Die sieben Schritte zur Bewältigung der Fahrängste

Wir haben nach langer Diskussion und gestützt auf viele Erfahrungsberichte sieben Schritte zur Bewältigung der Fahrangst entwickelt. Diese haben wir in unserem Ratgeber “F. Müller, H.J. Ruhr: Keine Angst mehr hinterm Steuer” ausführlich an vielen Beispielen dargestellt. Eine Erläuterung der sieben Schritte mit vielen Beispielen finden Sie in dem Artikel “Bewältigen Sie Ihre Fahrangst in sieben Schritten” auf dieser Homepage. Jeder einzelne der sieben Schritte bezieht sich immer auf die Umsetzung beim praktischen Fahren. Beispiel Entspannungsübungen: Alle Entspannungsübungen, die wir mit Ihnen trainieren, sind fahrtauglich.

Die sieben Schritte sind folgende:

  1. Ängste vor dem Autofahren ernst nehmen
  2. Ängste laut benennen. Extreme körperliche Symptome durch geeignete Entspannungsübungen mildern
  3. Blockierende Gedanken auflösen
  4. Fahrfähigkeiten wieder auffrischen
  5. Angsthasenfahrstil pflegen
  6. Das Vermeiden vermeiden. In angstauslösende Situationen fahren 
  7. Selbständiges Fahren.

Bleiben Sie dran!

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