Über den Autor Frank Müller, Angsthasenfahrlehrer

Der Autor Frank Müller, zusammen mit Bär "Rolf"
Der Autor Frank Müller, zusammen mit Bär “Rolf”

Über den Autor Frank Müller, Angsthasenfahrlehrer. Persönliches Vorwort und Einleitung zur Webseite

Hallo, mein Name ist Frank Müller. Ich bin Dipl.Soziologe, später wurde ich Fahrlehrer.  Als Fahrlehrer konnte ich mir meine Arbeitszeiten gut einteilen und zu Hause mithelfen, als unser erstes Kind kam. Inzwischen bin ich Angsthasenfahrlehrer. Das war mein berufliches Ziel, seit über 20 Jahren. Ich musste mir den Beruf sozusagen selbst schaffen, denn es gab ihn bis dahin noch nicht.

Als Angsthasenfahrlehrer betreue ich Menschen mit Angst hinterm Steuer. Sie sollen, so ist das Ziel, die Zwänge der Angst hinter sich lassen, wieder ruhig und sicher Auto fahren.

Mein Schlüsselerlebnis: Ein Prüfling leidet an schwerer Nervosität in der Fahrprüfung – ein Blechunfall droht

Begonnen hat die Sache mit einem Schlüsselerlebnis als Fahrlehrer in einer Fahrprüfung. Der Prüfling, ein junger Mann, war gut ausgebildet, auch im Einparken, allerdings nervös. Mir fiel das schon auf dem Hof der Prüfstelle auf, als wir auf den Prüfer warteten. Er war unruhig, in sich gekehrt, zitterte ein bisschen. Heute bin ich aufmerksam auf solche körperlichen Signale. Damals war mir nicht so klar, was sie bedeuteten, und was zu tun war. Um dem Prüfling zu helfen, beschrieb ich ihm die ersten möglichen Schwierigkeiten der kommenden Fahrt. Ich merkte jedoch, wie meine Rede an ihm vorbei ging, dass er immer nervöser wurde. 

Nun kam der Prüfer, die Begrüßung war kurz und sachlich. Die Fahrt begann, der Prüfer war einsilbig, ich versuchte vergeblich, ihn zu einem Gespräch zu bringen. Das hätte das Klima im Auto vielleicht aufgelockert. Schließlich gab ich es auf. Nach einer guten Viertelstunde sollte der Prüfling rückwärts parallel zum Bordstein einparken.

Eine Parklücke für beinahe zwei Lastwagen

Der Prüfer wies ihm eine Lücke zu. Diese war außergewöhnlich groß. Da hätten beinahe zwei Lastwagen rein gepasst. Ich grübelte kurz über die Absichten des Prüfers: War die große Lücke sozusagen eine nette Geste gegenüber dem nervösen Prüfling? Oder sollte sie ihn gerade durch ihre Größe heraus fordern? So könnte der Prüfling womöglich in seiner Angst denken. Wahrscheinlich traf keine der beiden Vermutungen zu. Der Prüfer hatte einfach die nächstbeste Lücke gewählt. Jedoch, wie ich deutlich sehen konnte, wurde der Prüfling angesichts der großen Lücke noch nervöser.  

Parken rückwärts seitlich, Parklücke sehr lang. Zu früh nach rückwärts rechts gelenkt
Parken rückwärts seitlich, Parklücke sehr lang. Zu früh nach rückwärts rechts gelenkt

 

 

Große Aufregung – Erinnerung und Verstand sind weg

Wahrscheinlich wegen seiner Angst und Aufregung wählte der Prüfling die einfachste – zu einfache – Lösung. Er zog nicht weit nach hinten rechts, wie es die Größe der Lücke nahe gelegt hätte. Von dort aus hätte er bequem nach vorne Richtung Bordstein fahren und den Wagen parallel zum Bordstein aufstellen können.

Nein, er lenkte sofort scharf nach rechts. Das rechte Hinterrad prallte so gegen den Bordstein. Weiter nach hinten zu fahren, war damit unmöglich. Nach vorne zu korrigieren war ebenfalls nicht vorstellbar, denn der Abstand zum vorderen Wagen war zu gering (s. Bild). Am besten wäre jetzt gewesen, vorsichtig, mit Abstand zum vorderen Wagen, wieder ganz raus zu fahren, von vorne zu beginnen.

Hineinquetschen ist kein Weg

Doch der Prüfling kam auf keine brauchbare Lösung, hatte offensichtlich keinen brauchbaren Plan mehr im Kopf. In seiner Aufregung versuchte er vergeblich, den Wagen durch winzige Fahrzüge – vorwärts rechts, rückwärts links – doch noch  in die “Lücke” zu quetschen. Angesichts der riesengroßen Lücke hinter uns war das ein Wahnsinn. Ich hätte ihn am liebsten geschüttelt – “komm zu Dir, atme mal tief durch, schau Dich um, Du bist ja blind!”

Doch er versuchte es weiter mit dem Hineinquetschen, der falsche, gefährliche Weg! Mit dem Hin und Her wurde er immer nervöser, es ging nur noch um Zentimeter, alles vergeblich, ein Blechunfall drohte. Schließlich musste ich eingreifen. Nicht bestanden! Hinterher weinte der Prüfling, war aber auch sichtbar erleichtert.

Nach der Prüfung war ich geschockt und hilflos. Eigentlich war der Prüfling doch gut ausgebildet. Wie konnte das passieren? Mir tat der Prüfling leid. Ich hätte ihm gerne geholfen. Nicht während der Prüfung, aber vorher, so dass er sich aus seiner Nervosität hätte selbst befreien können. Aber kein Fahrlehrer, kein Prüfer konnte mir Tipps geben.  

Lösungen gegen die Prüfungsangst, und andere Fahrängste

Darauf suchte ich energisch nach Lösungen, gründete eine Fahrschule (Fahrschule Schaffen Wir), in der ich meine Ideen verwirklichen wollte. Viel habe ich damals durch das Gespräch mit Therapeuten und durch unzählige Erfahrungen mit den Betroffenen gelernt. Es ging am Schluss nicht nur um die Prüfungsangst, sondern allgemein um Ängste hinterm Steuer. Inzwischen hatten sich zahlreiche Angsthäsinnen (mit Führerschein) bei mir gemeldet, die ebenfalls mitmachen und ihre Angst bewältigen wollten.

Ein Ratgeber gegen die Fahrängste

Ergebnis war ein Ratgeber zum Thema Bewältigung von Angst hinterm Steuer,  den ich gemeinsam mit dem Therapeuten H.J. Ruhr geschrieben habe. F. Müller, H.J. Ruhr: Keine Angst mehr hinterm Steuer. Heidelberg, Springer 2009.

Sieben Schritte sollst Du tun

Im Ratgeber entwickelten wir sieben Schritte gegen die Angst hinterm Steuer. Die Umsetzung der sieben Schritte in die Praxis zeigten wir im Ratgeber an vielen Beispielen.

Hier die sieben Schritte zur Bewältigung von Angst hinterm Steuer (im Ratgeber ab S. 12 erläutert):

  1. Ängste ernst nehmen
  2. Körperliche Symptome benennen
  3. Gedankenfalle überwinden
  4. Autofahren auffrischen
  5. Angsthasenfahrstil üben
  6. Vermeiden vermeiden
  7. Selbständig fahren

Übrigens, Sie sehen am Beispiel der sieben Schritte, wie kreativ die Zusammenarbeit von Therapeut und Angsthasenfahrlehrer sein kann.

Angsthasenfahrlehrer –
ein schöner Beruf

Für mich ist der Angsthasenfahrlehrer inzwischen ein Beruf, der mich ausfüllt und zufrieden mach. Ich helfe gerne Menschen, die Angst hinterm Steuer verspüren: Seien es die vielen Menschen, die den dichten Großstadtverkehr und ihr eigenes Unvermögen fürchten, oder diejenigen, die Angst vor Panik auf der Autobahn haben. Sie sollen, so das Ziel, wieder ruhig und sicher fahren. Es ist mir eine große Freude, diese Menschen zu betreuen und ihre Dankbarkeit zu erleben, wenn sie wieder frei von den Zwängen der Angst ruhig und sicher Auto fahren können.

Die Angsthasenfahrschule + Fahrschule Glowalla

Um mein Anliegen besser zu organisieren, habe ich eine Angsthasenfahrschule gegründet. Diese war zuerst bei der Fahrlehrer-Ausbildungsstätte PS Profi angesiedelt, bei der ich einige Zeit als Dozent für mein Thema “Angst hinterm Steuer” tätig war. Der PS-Profi Fahrlehrer-Ausbildungsstätte unter ihrem Leiter Walter Paulsen bin ich noch heute verbunden. Daher auch der Verweis darauf im Menü dieser Webseite.

Später bin ich mit meiner Angsthasenfahrschule umgezogen zur Fahrschule Glowalla GmbH, Saalestr. 82 in Neukölln, Nähe S- oder U-Bahnhof Neukölln. Mit dem Leiter der Fahrschule Glowalla, Cesur Özdal, arbeite ich eng zusammen. Wir treffen uns regelmäßig, um über die Bewältigung von Fahrängsten zu sprechen.

Übrigens: Ängstliche Prüflinge betreue ich heute nicht mehr – außer vielleicht mal durch Gespräche. Die Betreuung dieser Prüflinge übernimmt mein Kollege Cesur Özdal. So, wie es aussieht, sehr erfolgreich.

Die nötigen Fahrschulautos miete ich von der Fahrschule Glowalla. Es sind Golfs, hochmodern, mit vielen elektronischen Assistenten. Doch die Angsthäsinnen wollen davon nichts wissen. Sie wollen auf die solide Art einparken, nicht per Assistent.  Die Fahrschule Glowalla hat übrigens nicht nur hochmoderne Autos, sondern einen eigenen Parkhof. Das ist eine große Erleichterung für den Anfang der Betreuung: Einparken zu üben, ohne den Druck durch andere Fahrer. Der Druck kommt noch früh genug.

Millionen Betroffener mit Angst hinterm Steuer

Betroffene mit Angst vor dem Autofahren gibt es unglaublich viele. Schätzungen gehen aus von Millionen! Da sind die vielen ängstlichen Prüflinge, dann die Betroffenen mit Angst im Großstadtverkehr und schließlich diejenigen, die Angst vor Panik auf der Autobahn haben. All diesen Menschen kann geholfen werden, sich von den Zwängen der Angst zu befreien. Wie, das zeige ich auf der Webseite an vielen praktischen Beispielen von Betreuungsfahrten mit ängstlichen Menschen hinterm Steuer. 

Sie lesen aber nicht nur die praktischen Schritte, mit den Ängsten besser umzugehen. Als interessierte Leser/innen bekommen Sie Aufgaben gestellt, um sich tiefer in die Probleme einzuarbeiten. Wenn Sie mehr wissen, wie Fahrangst bewältigt wird, wenn Sie für sich schon praktische Übungen gemacht zur Milderung der Angst durchgeführt haben, beispielsweise körperliche Symptome wie verkrampfte Muskeln zu mildern, dann werden Sie sich auch schneller in der praktischen, durch einen Profi angeleiteten Praxis zurecht finden. 

Es braucht kompetente Fachleute, die bei der Angstbewältigung helfen können

Diese Webseite ersetzt natürlich nicht die Praxis. Es braucht mehr Profis, die kompetent helfen können! Alleine schaffe ich das nicht. Das Interesse der Fahrlehrerschaft, auch der Fahrlehrerverbände, ist leider sehr verhalten. Ich kann meine Vorstellung daher nicht optimistisch beenden. Meine Hoffnung ruht auf den Betroffenen. Diese werden nach der Lektüre dieser Webseite und des Ratgebers gute Betreuung verlangen, nicht einfach irgendeine “Auffrischung”. Zweitens ruht meine Hoffnung auf  den Medien. Diese haben seit meiner Tätigkeit als Angsthasenfahrlehrer geradezu enthusiastisch über meine Arbeit berichtet. Und drittens setze ich auf die Jungfahrlehrer, die flexibel und neugierig genug sind, sich für das neue Thema zu interessieren.

Noch mehr Schritte?

Nach der jahrelangen praktischen Betreuung von Angsthäsinnen hat sich gegenüber dem Ratgeber von damals schon Verbesserungsbedarf ergeben. Die sieben Schritte haben sich bewährt, sie bleiben.

Verbesserungsbedarf  gegenüber dem Ratgeber ergab sich vielmehr in fünf anderen Punkten oder Themen:

1. Die praktische Betreuung bei Angst hinterm Steuer muss pädagogisch organisiert werden

Die Organisation, der Ablauf der Betreuung war mit den “sieben Schritten gegen die Fahrangst” noch nicht vorhanden, andererseits aber dringend erforderlich. Ich habe diese so gelöst, wie an der Menüstruktur dieser Webseite zu erkennen ist:

Ich beginne mit der Stufe 1, der Vorbereitung.
Dazu gehören Angsthasentreffen, das Erzählen der eigenen Geschichte und die erste Betreuungsfahrt als Probefahrt, die eigentlich noch nicht der Angstbewältigung gilt.

Der Stufe 1 schließt sich an, logisch,
die Stufe 2, Fahrten mit Fahrschulwagen und Begleitung durch den Angsthasenfahrlehrer
Diese Fahrten finden in Situationen statt, die Angst auslösen und entsprechend bewältigt werden wollen. Das folgt aus dem 6. Schritt der insgesamt sieben Schritte, nämlich “vermeiden vermeiden”. Hier geht es darum, immer belastendere Situationen aufzusuchen, den Betroffenen aber auch zu zeigen, wie sie damit umgehen können.

In der letzten Stufe 3 widmen wir uns dem selbständigen Fahren.
Die Betroffenen fahren dabei entweder mit dem eigenem Auto oder mit einem Mietauto. Sie haben die volle Verantwortung, was wieder neue Ängste auslösen kann. Als Angsthasenfahrlehrer begleite ich diese Fahrten, bis zur allerletzten Teilstufe, dem Alleinfahren.

2. Unterstützung beim Alleinfahren

Beim Alleinfahren, ohne Begleitung durch den Angsthasenfahrlehrer, tauchen alle möglichen Schwierigkeiten auf: Wenn jetzt halb verzweifelte Rückfragen an mich kommen, dann würde ich erstmal bitten, die Schwierigkeiten allein zu lösen. Dennoch benötigt es manchmal doch einen praktischen Tipp, um die kleine Gedankenfalle zu lösen.

Das Katzenproblem:  Eine Angsthäsin muss in Richtung Datsche eine lange Strecke rückwärts fahren. Bei der Datsche gibt es keine Möglichkeit zu wenden. Auf dem Fahrweg treiben sich oft Katzen der Nachbarn herum. Die Angsthäsin  ist allein im Auto, sieht die Tierchen evt. nicht. Sie ist wirklich allein. Ein Nachbar oder ihr Mann, die vielleicht helfen könnten, sind nicht immer da. Wegen dieses Problems wollte sie beinahe aufgeben. Sie will die Tierchen nicht überfahren, volles Verständnis.

Eine ganz einfache Lösung wäre, das Auto außen auf der Straße stehen zu lassen, bis ihr Mann nach Hause kommt oder der Nachbar auftaucht. Eine “rustikalere” Lösung haben übrigens ihr Mann oder Nachbar gefunden: Sie fahren einfach durch, lassen dabei den Motor jaulen. Dann, so haben sie heraus gefunden, hauen die Katzen ab.

3. Mehr Unterstützung beim selbständigen Denken und Fahren durch besondere Aufgaben

Sie erhalten viele Aufgaben im Text, einmal, um über Probleme und Hilfemöglichkeiten bei Angst hinterm Steuer nachzudenken; dann auch, um zu lernen, einfache Angstreaktionen beim Fahren oder im Auto sitzend zu mildern. Viele Angsthäsinnen fahren ja noch, zumindest im Stadtverkehr. Wenn das auch nicht mehr geht: Sie können sich wenigstens in ein stehendes Auto reinsetzen, tief atmen, mit den Übungen beginnen. Der Motor bleibt dann halt aus!

4. Das soziale Umfeld verhält sich manchmal nicht einfühlsam. Auch auf Ablehnung sollten die Betroffenen vorbereitet werden

Wir, d.h. H.J. Ruhr und ich, Verfasser des Ratgebers, haben zu Anfang unterschätzt, wie wichtig die Einbeziehung und Unterstützung durch das soziale Umfeld sind.

“Die Schwester macht mir Vorwürfe.” Eine Angsthäsin leidet etwas unter einer älteren Schwester, die sich sehr gebieterisch in ihre Fahrweise einmischt. Die Schwester möchte vor allem, dass es schneller voran geht, dass nicht so “getrödelt” wird. Was die Schwester etwas herabsetzend mit “trödeln” bezeichnet, ist genau das Verhalten, das die Angsthäsin mit dem Schritt Nr. 5 gelernt hat (“Angsthasenfahrstil üben”). Für die Angsthäsinnen ist dieser Schritt beinahe überlebenswichtig – er bedeutet Ruhe, Übersicht, vorsichtig fahren, Informationen vernünftig bewerten, nicht in der Hast übersehen. Für diese Vorteile müssen sie halt die anderen ein bisschen behindern. Und um das auszugleichen, streng rechts fahren.

Das “Schwester-Problem” ist schwerwiegend, wir dürfen es nicht ignorieren. Sogar ein guter Fahrer, ohne Ängste, kann durch dauernde Kritik am Fahrstil völlig aus der Fassung geraten und Fehler machen. Ich bin in solchen Fällen dafür, die “Störerin” mit einzubinden, sie einzuladen. Sie soll mal mit fahren, ihre Haltung beim Zuschauen ändern. Das wirkt in den meisten Fällen. Und wenn nicht? Dann müssen wir üben, die Schwester aufzufordern, sich nicht in die Fahrweise einzumischen. Oder wenn sie es dennoch tut, rechts heran zu fahren, die Fahrt zu beenden.  Dann muss die Schwester halt selbst ans Steuer.

Die Übung kann nicht nur durch das Gespräch geschehen, nein, da muss ein Rollenspiel her. Im Rollenspiel zeigt sich manchmal, dass die nötige Gegenwehr nur sehr kläglich erfolgt, leise, mit verzagter Miene. Das Selbstbewusstsein ist immer noch schwach. Ein langer Prozess, eben.

5. die “Hilfe” durch elektronische Assistenten

Moderne Autos sind normalerweise mit elektronischen Assistenten gespickt, die dem Fahrer helfen und die Fahrt sicherer machen sollen. Beispiel: Raumeinschätzung nach vorne, hinten, seitlich links und rechts. Sensoren vorne, hinten und seitlich und entsprechende elektronische Assistenten zeigen durch vermehrte Pieptöne an, wenn wir uns Hindernissen oder Verkehrsteilnehmern zu sehr nähern.

Ich habe Angst vor meiner Unfähigkeit – jetzt will ich von Grund auf lernen. Ich habe die “Hilfe” durch die elektronischen Assistenten in Anführungszeichen geschrieben. Denn diese wird oft als störend empfunden, oder sogar abgelehnt. Die Betroffenen wollen endlich von Grund auf, allein, verantwortlich, selbständig das Autofahren lernen, sicher, ohne Angst. Auch dem Piepsen trauen sie nicht, sie wollen lieber aussteigen und nachschauen. Oder, wenn das wegen der Fahrt nicht geht, wenigstens sichere Anhaltspunkte bekommen. Das Piepsen nimmt die Angst nicht weg, die Angst in diesem Falle vor der eigenen Unfähigkeit und vor Fehlverhalten.

Darum geht es aber, das Vertrauen auf sich selbst wird erst langsam, grundsätzlich aufgebaut. Wenn es da ist, kann man die Assistenten mit einem Lächeln zur Kenntnis nehmen.

DIE SIEBEN SCHRITTE – IN STEIN GEHAUEN?

Die pädagogische Organisation der Angstbewältigung ändert nichts an der grundsätzlichen Bedeutung der “sieben Schritte” gegen die Angst hinterm Steuer. Ablauf und Organisation der Betreuung gehören zu den übergeordneten Themen.

Die drei anderen Verbesserungsvorschläge (“Unterstützung beim Alleinfahren”, “Aufgaben zum selbständigen Denken und Handeln” und “Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld”) können problemlos dem letzten Punkt der “sieben Schritte”, dem selbständigen Fahren, zugeordnet werden.  Die “elektronischen Assistenten” spielen zwar eine Rolle, wegen ihres Störcharakters. Erst zum Schluss der Betreuung können die Betroffenen sie endlich würdigen. Es bleibt jedenfalls bei den sieben Schritten.

Ich möchte hier eine Fortsetzung des Ratgebers schreiben

Auf dieser Webseite möchte ich in vielen Artikeln von meinen Erfahrungen und Erkenntnissen berichten, die ich aus meiner praktischen Arbeit mit den Betroffenen gewonnen habe. Die Webseite wird für mich die Fortsetzung des Ratgebers “Keine Angst mehr hinterm Steuer”, wobei ich besonders auf die gerade genannten fünf neuen Punkte eingehe.

Meine weiteren Pläne sind, aus dieser Webseite eine einfache Erfahrungsbroschüre für Anfänger /innen in der Angstbewältigung zusammen zu stellen. Und zweitens je eine Broschüre für die Betroffenen mit weit verbreiteten Ängsten am Steuer – Prüfungsangst, Angst im Großstadtverkehr und Angst vor Panikattacken auf der Autobahn.

Ich muss einfach sagen, dass es mir Spaß macht, von meinen Erfahrungen als Angsthasenfahrlehrer zu berichten.

Danke an die vielen Angsthäsinnen

Zum Schluss möchte ich mich noch bei den vielen Angsthäsinnen bedanken, die mir mit ihren vielen eigenen Erfahrungen bei meiner praktischen Arbeit und bei den Artikeln auf dieser Webseite weiter geholfen haben. Die wissenschaftliche Literatur zum Thema Fahrängste ist rar. Woher sollten die Beteiligten und ich denn die Erkenntnisse hernehmen, wenn nicht durch ständiges Erproben und immer neuen Austausch anlässlich der vielen Gespräche bei den Angsthasentreffen und der vielen Betreuungsfahrten.

Viele Angsthäsinnen haben mir nach der Betreung gemailt und berichtet, wie es ihnen bei den vielen Alleinfahrten erging.  Auch diese Berichte habe ich in meine Auswertung mit einbezogen. Ich weiß jetzt, wie wichtig das soziale Umfeld für den weiteren Erfolg der Betroffenen ist. Sie brauchen Partner, Freunde/innen, Schwestern, Brüder, Kollegen/innen, die  mitziehen, die anfangs noch unsicheren Angsthäschen unterstützen und ihre Bemühungen nicht hämisch kommentieren. Dann klappt die Sache, die vielen weiteren Schwierigkeiten, Probleme können sie nicht mehr aus der Bahn werfen. Sie werden selbstbewusster, die Angst verblasst.

Zum Schluss die Familie

Heute bin ich Rentner. Dennoch arbeite ich weiter als Angsthasenfahrlehrer, weil mir der Beruf Freude macht. Zu meiner weiteren, nach wie vor engagierten Berufstätigkeit kommt noch die Sorge für immerhin vier Enkel, die uns unsere drei schon längst erwachsenen Kinder beschert haben. Da habe ich viel zu tun.

Danken möchte ich meiner Frau Constanze, die mich beim Verfassen der Webseite unterstützt hat, obwohl sie dem Thema eigentlich mit Abstand begegnet. Bedanken möchte ich mich auch bei meinen drei Kindern, Jochen, Jenny und Jörg, die sich die Zeit nahmen, über viele meiner Artikel auf der Webseite zu diskutieren. Und bei meinem Enkel Julio, der mir beim Aufbau der Website mit WordPress  geholfen hat.

Frank Müller, Angsthasenfahrlehrer


Prüfungsangst : Fragen und Aufgaben Lösungen?

Nun möchte ich Ihnen ein paar  Fragen und Aufgaben stellen, zu der eingangs erzählten Geschichte über Prüfungsangst und den gescheiterten Parkversuch. Grübeln Sie ruhig ein bisschen, das wird Ihnen bei Ihren eigenen Problemen mit der Angst vor dem Autofahren helfen. Die Lösungen finden Sie auf der nachgestellten Seite “Lösungen Seite Autor”. (Anmerkung: Da die Webseite erst im Aufbau ist, werden die Lösungen später nachgeliefert). Wie so oft, bei psychosozialen Problemen gibt es manchmal mehrere Lösungen.

  1. Nervosität auf dem Hof der Prüfstelle
    Ich habe auf dem Hof der Prüfstelle festgestellt, dass der Prüfling nervös war. Meine Lösung war, ihn über mögliche Schwierigkeiten der Prüfungsfahrt zu informieren. Diese “Lösung” taugte nichts, der Prüfling wurde noch nervöser. Frage, Aufgabe: Wie hätte ich dem Prüfling besser helfen können?
  2. Gespräch mit dem Prüfer
    Als wir los fuhren, versuchte ich ein Gespräch mit dem Prüfer, um die Atmosphäre ein wenig aufzulockern. Der Prüfer hatte allerdings keine große Lust, mit mir zu plaudern.
    Frage, Aufgabe: Was halten Sie von dem Gesprächsversuch?
  3. Blackout beim Einparken
    Der Prüfling blieb weiter nervös. Während der Parkaufgabe kam es zu einem gefährlichen, sogenannten Blackout, einem teilweisen Gedächtnisausfall. Der Prüfling wusste gar nichts mehr vom ehemals gelungenen Parken, versuchte, sich auf gefährliche Art in die Lücke zu quetschen. Bis ich schließlich eingreifen musste, um einen Blechunfall zu verhindern.
    Frage, Aufgabe: Der Blackout kann auftreten als heftige Reaktionsform von Angst und Nervosität. Noch so vieles Parktraining hilft nichts, der Prüfling muss gelernt haben, was er bei einem drohenden Blackout tun kann. Was würden Sie empfehlen?

 

 

 

 

 

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