Angst vor dem Einparken? Einparken ruhig, gekonnt und sicher

Anmerkung: Der Beitrag ist noch nicht fertig. Er enthält dennoch wertvolle Infos über das Einparken. Im Eingangskapitel geht es vor allem um das Einparken rückwärts rechts längs.

Einparken - ruhig, gekonnt und sicher. Einparken rückwärts längs zum Rand der Fahrbahn. Die grün gepunktete Linie ist die Fahrlinie

Beitragsbild: Einparken rückwärts rechts längs zum Bordstein.
Was gehört zum Einparken – ruhig, gekonnt und sicher?

1. Sie kontrollieren Ihre Angst und Nervosität: Sollten Sie vor oder beim Einparken sehr von Angstgepeinigt werden und die Kontrolle womöglich verloren gehen, denken Sie vor allem an Rettungsmaßnahmen. Sie können z.B. den Parkvorgang abbrechen, oder einen Beifahrer bitten, statt Ihrer einzuparken. Hinterfragen Sie Ihre Angstgedanken: Sie müssen nicht schnell und auch nicht ohne Korrekturen in die Lücke hinein kommen. Sie sind Anfänger/in, lassen Sie sich Zeit. Eine Korrektur ist normal. Kümmern Sie sich um die Milderung Ihrer körperlichen Symptome, z.B. Muskelverkrampfung und daraus folgendes Fehlverhalten.
Kurz und gut – Sie haben Angst und Nervosität unter Kontrolle, fahren ruhig. 

2. Sie beherrschen die nötigen Routinen in ihrem Zusammenspiel beim Parkvorgang. Dazu gehören
a) die Einschätzung Ihrer möglichen Parklücke als geeignet
b) das sehr langsame Fahren mit Pausen dazwischen, zur Beruhigung und weiteren Einschätzung der Lage
c) das Lenken, wohin sie auch wollen, vorwärts wie rückwärts
d) die Vorstellung einer Fahrlinie, mit der Sie in den gewählten Parkplatz einfahren können
e) die Beobachtung und Einschätzung der um Ihren Parkplatz stehenden Fahrzeuge und des sich um Sie herum bewegenden Verkehrs.
Aus dem Zusammenspiel der nötigen Routinen und der Verkehrsbeobachtung ergibt sich gekonntes Parken. 

3. Sie fahren sicher in die Parklücke hinein. 
Sie fahren ruhig, kontrollieren Angst und Nervosität, und beherrschen den Parkvorgang mit den geforderten Routinen einigermaßen: D.h. Sie wissen, dass mögliche Korrekturen keine „Fehler“, sondern normal sind. Vor allem lassen Sie sich viel Zeit beim Einparken. Sie stehen dazu, dass Sie den Parkvorgang Als Angsthäsin und/oder Anfängerin nicht perfekt beherrschen. So fahren sie sicher, besser, als der Krampf, den Vorgang ohne Korrekturen auszuführen.  

„Ich möchte auf einmal in die Parklücke rein kommen. Meinetwegen langsam, aber gleich. Ohne hin und her zu fahren.“

Einparken – gekonnt, ruhig und sicher

„Ich möchte sofort, ohne hin und her zu fahren, in die Parklücke kommen. Das ist mein größter Wunsch beim Einparken.“ Angsthäsin, bei Einparkversuchen

Einparken – gekonnt, ruhig und sicher

Inhalt

Der Spruch stammt von einer Angsthäsin, die eifrig bei der Sache war, aber Angst vor Korrekturzügen hatte. Er ist ein bisschen typisch für jemanden mit Angst vor dem Einparken. Für einen geübten Autofahrer wäre der Spruch erstaunlich. Dessen größter Wunsch ist es, überhaupt und schnell eine Parklücke zu finden. Und dann rein in die Lücke, ob mit oder ohne „hin und her zu fahren“. Das ist alles so egal, der Parkvorgang verläuft locker und schnell. Hauptsache, das Auto steht in der Lücke.

Welche Haltung, oder genauer: Welche Angstgedanken stecken hinter dem oben zitierten Spruch der Angsthäsin? Es ist erstens die Furcht, bloß niemand anderen auf der Fahrbahn durch Korrekturzüge zu behindern. Und zweitens die Sorge, sich vor anderen durch Korrekturzüge  zu blamieren, schämen zu müssen, weil die Betroffene es nicht kann. Korrekturzüge sind nach Meinung vieler Angsthäsinnen „Fehler“.

Während der geübte Autofahrer locker und fix in seine Lücke fährt, mit oder ohne Korrekturzüge, wird es für die Angsthäsin kompliziert und zeitraubend: Schon der eigentliche Parkvorgang erfordert viel umständliche Gedankenarbeit: Wie weit muss ich jetzt fahren, wann lenke ich wohin ein, wohin muss ich das Lenkrad überhaupt drehen? Das dauert halt ein bisschen. Druck und Anspannung lässt die Angsthäsin verkrampfen, dadurch steigt die Angst, falsche Fahrzüge stellen sich ein, dadurch werden Korrekturzüge nötig. Da diese nicht erwünscht sind, vergrößert sich die Angst. Die Betroffene verheddert sich in unerwünschten Korrekturzügen, atmet heftig, das Herz schlägt, die innere Hitze steigt, die Konzentration nimmt ab, Tunnelblick stellt sich ein, die Muskeln verkrampfen – Folgen der größeren Angst. Nun klappt wahrscheinlich gar nichts mehr. Ein Teufelskreis der Angst. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer nervlichen Blockade, zu Fehlverhalten, einem kleinen Blechunfall oder sogar einer leichten Schädigung eines Fußgängers kommen. Am meisten bei den Angsthasentreffen werden Blechunfälle genannt.

Freunde oder Verwandte der Angsthäsin raten ihr vielleicht dringend: „Vergiss Deine Angst, bleib locker, zieh doch einfach rein in die Parklücke! Du wirst sehen, wenn das ein paar mal geklappt hat, geht es von ganz allein!“

Zwar könnte die Mahnung, locker zu fahren, nicht an die Angst zu denken, ein Ziel sein. Aber ein Fernziel. Das können wir nicht „einfach so“ erreichen. Zu Beginn der Betreuung müssen wir einen komplizierten, anstrengenden Umweg gehen. Der ist unser Nahziel. Wir vergessen die Angst nicht, das geht schon gar nicht. Wir lernen mit der Angst umzugehen. Das ist der Umweg.

Was folgt daraus? Etwa Angst vor dem Behindern, Angst vor Korrekturzügen? Nein, gerade nicht. Wenn ich vor etwas Angst habe, dann sollte ich den Umgang damit üben. Wenn ich Angst davor habe, andere zu behindern, dann sollte ich lernen, wenn nötig, andere zu behindern, Korrekturzüge einzusetzen, die Angst auszuhalten, zu mildern. Man nennt dieses förderliche Verhalten mit einem Fremdwort „Konfrontation“. Das bedeutet, sich in die angstauslösende Situation hinein zu begeben, zu lernen, die Angst auszuhalten, mit der Angst umzugehen, die Angst zu mildern und zu senken, so dass Sie wieder die Kontrolle über sich und Ihr Verhalten im Verkehr gewinnen.

Bitte verstehen Sie mich recht: Ich würde den Wunsch der oben zitierten Angsthäsin respektieren, mit ihr das richtige, korrekte, gekonnte Einparken in die Lücke üben. Meinetwegen auch ohne Korrekturzüge. Sie finden in weiteren Beiträgen unter dem Menüpunkt Einparken genug Beispiele und Abläufe, was beim Einparken zu beachten ist, um gekonnt, „sofort, ohne hin und her zu fahren“, in die Lücke zu kommen. Wir üben das Richtige.

Wir üben aber auch so genannte „Fehler“: Bewusst herbei geführte Falschstellungen beim Einparken, die Korrekturzüge erfordern. Das ist sozusagen eine sehr menschliche Philosophie: Wir möchten gern und in jeder Lage richtig handeln, schaffen das aber nicht immer. Wir üben daher auch den Umgang mit dem vermeintlichen „Fehler“. Ziel ist natürlich, die Angst vor Fehlern und vor Behinderung anderer zu mildern.

Nach Jahren der Fahrvermeidung wegen Ihrer Ängste sind Angsthäsinnen klug geworden. Sie haben gelernt, dass Sie mit der Fahrvermeidung nicht weiter kommen. Im Gegenteil, damit wird alles nur schlimmer, sozusagen versteinert. Sie brauchen und suchen eine Profi-Hilfsperson, die sie bei der Bewältigung Ihrer Fahrängste schützen kann (= Fahrlehrer, mit Fahrschulwagen), und die auch kompetent im Umgang mit Ängsten ist (= Angsthasenfahrlehrer).

Oberstes Gebot beim Programm zur Bewältigung der Fahrängste ist die Verkehrssicherheit. Die Betroffene sollte ihre überschießenden Angstreaktionen dämpfen und kontrollieren können. Letztlich ist die Angsthäsin ja verantwortlich für die Fahrt, so dass kein Schaden entsteht. Parkübungen mit bewusster Fehlstellung und Korrekturzügen sind zu Anfang wahrscheinlich viel zu überfordernd, überschwemmen die Betroffene mit Angst. Dabei kann es zu Fehlverhalten kommen, das ich als Angsthasenfahrlehrer zwar auffangen kann und muss. Besser wäre es, solche Parkübungen mit bewusster Fehlstellung und Korrekturzügen erst bei größerer Sicherheit in der Angstbewältigung abzuhalten. Dann sollte die oben zitierte Betroffene durch viele einleuchtende Schritte bei der Angstbewältigung solche Übungen mit einem guten Gefühl angehen wollen, dass die Sache gelingt.

Übungen und Training zur Bewältigung der Angst und ihrer Reaktionen gibt es genügende, sehr sinnvolle: Wir sprechen vernünftig über die Angstgedanken, wir mildern die heftigen, blockierenden Symptome durch innere Beobachtung und lautes Kommunizieren über die Angs, wir begeben uns bewusst in Fehlersituationen – wie gerade beschrieben -, versuchen diese zu korrigieren. Zu Beginn und am wichtigsten aber sind Rettungsmaßnahmen, damit es nicht zu Kontrollverlust und Unfall kommt.

Hier bekommen Sie Tipps für das gekonnte, ruhige und sichere Einparken.  Diese drei Eigenschaftswörtchen sind wichtig: nötigen Routinen, fahren langsam genug, haben die Fahrlinie

Der Spruch oben stammt von einer Angsthäsin.

Der Spruch oben stammt von einer Angsthäsin. Er ist ein bisschen typisch für jemanden mit Angst beim Parken. Für einen geübten Autofahrer ist der Spruch erstaunlich. Dessen größer Wunsch ist es, überhaupt und schnell eine Parklücke zu finden. Und dann rein in die Lücke, ob mit oder ohne „hin und her zu fahren“. Das ist alles so egal, der Parkvorgang verläuft locker und schnell. Hauptsache, das Auto steht in der Lücke.

    • Gekonntes Einparken heißt, Sie schätzen die Lücke ein, Sie beherrschen die nötigen Routinen, fahren langsam genug, haben die Fahrlinie im Kopf (s. Bild oben, grün markiert), wissen, wohin Sie zu lenken haben, beobachten gut, schätzen die Räume richtig ein.
    • Ruhiges Einparken heißt, Einparken ohne Angst, Nervosität, Hektik, mit Gelassenheit und eher langsam, mit kleinen Pausen zwischendurch, um sich zu vergewissern, ob alles in Ordnung ist. Sie beobachten Ihre innere Verfasstheit, achten auf sich, können die nötigen Gegenmaßnahmen einleiten, wenn es mal innerlich brenzlig wird. Solange Sie die nervliche Kontrolle behalten, werden Sie beim Einparken erfolgreich sein. Erscheinen Drängler auf der Bildfläche, geben Sie eventuell nach, suchen sich halt einen anderen Parkplatz. Besser so, als unter Stress einzuparken.
    • Sicheres Einparken heißt, Sie fahren ruhig und vorsichtig,  beobachten umfassend Hindernisse und Verkehrsteilnehmer, achten vor allem auf Verkehrssicherheit.

Inhalt

  1. Konfrontieren Sie sich mit der Angst.
    Nützliche Hinweise zum Beitrag Einparken
  2. Unglaublich viele Arten, einzuparken.
    Wir konzentrieren uns auf die wichtigen Arten, einzuparken
  3. Ist es wichtig, „auf einmal“ in die Lücke hinein zu kommen?
  4. Einparken rückwärts rechts längs
  5. Einparken vorwärts rechts längs
  6. Einparken rückwärts rechts quer
  7. Einparken rückwärts links quer
  8. Einparken vorwärts rechts quer
  9. Zusammenfassung
  10. Aufgaben
  11. Nützliche Links

1. Konfrontieren Sie sich mit der Angst.
Nützliche Hinweise zum Thema Einparken

Der Sinn des Beitrags
Viele Angsthäsinnen klagen über Schwierigkeiten beim Einparken. Sie finden den Vorgang schon kompliziert genug, an den anderen Autos vorbei in die Lücke zu finden, den Kopf überall zu haben, nichts zu übersehen, ohne dabei Schaden anzurichten. Sie fürchten Druck durch andere Autofahrer, so dass Hektik aufkommt, Übersicht und Kontrolle verloren gehen.  Insgesamt schätzen sie ihre Fähigkeiten beim Einparken eher als gering ein. Daher stimmt es einerseits, dass das Einparken für sie schwierig ist.

Mit Feuereifer beim Einparken
Andererseits sind sie beim praktischen Training mit Feuereifer bei der Sache, möchten das Einparken von Grund auf wieder lernen, dazu die jeweils nötige Kontrolle über Angst und Nervosität. Das finde ich als Angsthasenfahrlehrer wieder schön. Es ist eine Haltung, mit der sich erfolgreich weiter arbeiten lässt! Der Beitrag hier kann Sie dabei unterstützen. Sie erhalten einen Überblick über die Abläufe beim Parken. Und Sie erfahren, wie Sie sich bei jeder einzelnen Etappe im Parkvorgang  beruhigen und Kontrolle verschaffen können.

Beginn mit dem Schwierigen: Rückwärts rechts längs einparken
Im Bildbeispiel oben sehen Sie in einer Schemazeichnung das Einparken rückwärts rechts, dazu längs, parallel oder seitlich zum Bordstein. Ich kürze in Zukunft ab „Einparken rückwärts rechts längs“. Mit dieser Art einzuparken beginne ich den nachfolgenden Beitrag. Denn so müssen Sie im Stadtverkehr oft einparken, wenn Sie auch kürzere Parklücken ausnützen wollen. Diesen Vorgang sollten Sie  gut beherrschen. Ich weiß aus vielen Erzählungen, dass Angsthäsinnen diesen Parkvorgang geradezu meiden, weil er als „schwierig“ gilt.  Und weil sie überdies noch fürchten, durch einen Drängler unter Druck zu geraten, in Hektik und Nervosität etwas zu übersehen, womöglich einen Unfall zu verschulden. Wir sollten gerade aus diesen Gründen das Schwierige und Nerven Anspannende versuchen. Das wird Ihnen gut tun! Mit einem Fremdwort nennen wir das „Konfrontation“, zu lernen, mit der belastenden Situation umzugehen.

Einparken nicht nur rückwärts, sondern auch vorwärts
Zur Erholung gibt’s im selben Beitrag noch ein Kapitel über ein leichteres Einparken: Nicht rückwärts, sondern vorwärts rechts parallel zum Bordstein. Angsthäsinnen lieben diese Art, einzuparken, denn der Vorgang ist bedeutend einfacher. Allerdings ist dazu ein wesentlich längerer Platz erforderlich. Statt der sonst üblichen 6 m sind es hier 8 m. Solch schön langen Parkplätze sind aber im Stadtverkehr nicht gerade reichlich zu finden. Von vielen Angsthäsinnen habe ich schon Geschichten gehört, wie sie aus Angst vor dem „schwierigen“ Einparken rückwärts lieber stundenlang weiter gefahren und einen „leichteren“ Parkplatz zum Einparken vorwärts gesucht haben.

Konfrontieren Sie sich mit Ihrer Angst
Sie sollten beim Parkvorgang zwei Dinge üben: Das Einparken rückwärts rechts längs; und den Umgang mit Ihrer Angst, wenn ein anderer Fahrer hinter Ihnen auftaucht, und Sie in der Hektik nervös werden und die Kontrolle womöglich verloren geht. 

Unglaublich viele Arten, einzuparken
Ich werde hier im Beitrag nicht nur das Einparken rückwärts rechts längs behandeln. Sondern auch weitere Arten einzuparken, die in der Praxis  wichtig sind, oder auch den Angsthäsinnen wichtig. Hier die Übersicht:

  • Einparken rückwärts rechts längs
  • Einparken vorwärts rechts längs
  • Einparken rückwärts rechts quer (so wie auf dem Parkplatz eines Supermarktes)
  • Einparken vorwärts rechts quer
  • Einparken rückwärts links quer

Einparken rückwärts links längs
Alle Arten, einzuparken, kann und will ich nicht behandeln. Das würde zu weit führen. Ein Beispiel wäre, in einer Einbahnstraße rückwärts nach links parallel zum Bordstein einzuparken. Das heißt spiegelbildlich zu der normalen Variante rückwärts rechts. Oder noch abseitiger: Rückwärts links, aber so, dass Ihr Auto mit seinen linken Rädern auf dem Bordstein steht. Wer die vorher erwähnten Varianten des Einparkens beherrscht, wird sich auch  mal an andere Möglichkeiten heran trauen.

Ich mache einen Fehler – na und? 
Nochmal zum Thema „Konfrontation“:  Ich komme auf  das Eingangszitat über der Überschrift zu diesem Beitrag zurück: „Ich möchte auf einmal in die Parklücke rein kommen. Meinetwegen langsam, aber gleich richtig. Ohne hin und her zu fahren.“ Diese Angsthäsin spricht mit ihrer Äußerung für viele andere: Sie möchten beim Einparken „gleich“ in die Lücke kommen, ohne „hin und her zu fahren“. d.h. ohne zu korrigieren. Korrigieren bedeutet, einen „Fehler“ gemacht zu haben und diesen zu verbessern. Offensichtlich „schämen sich diese Angsthäsinnen davor, quasi öffentlich vor allen anderen diesen „Fehler“ gemacht zu haben und korrigieren zu müssen.

Korrigieren – ein Fehler??
Demzufolge müssten sich täglich tausende von Autofahrern beim Einparken „schämen“, die nicht „gleich“ in die Lücke kommen und den „Fehler“ korrigieren müssen. Dieser Vorgang ist beinahe normal. So sollten Sie darüber denken. Und wieder kommen wir auf die Konfrontation mit der Angst zu sprechen: Wir fahren beim Einparken ganz bewusst auch in „Fehlerstellungen“ beim Parken hinein, um diese dann in aller Ruhe wieder zu beheben. Ich nenne diese Übungen „Fehlerkorrektur-Training.

Ich korrigiere gern
Sie lernen, bei einem „Fehler“ gelassen zu bleiben. Sie können ihn ja wieder korrigieren. Alles kein großer Aufwand. 

Die Routinen fürs Einparken beherrschen
Voraussetzung für das Einparken sind einige Routinen, die ich im vorigen Beitrag beschrieben habe. Routinen sind automatisierte Handlungsabläufe, die Ihnen bei der Autobedienung sehr helfen. Beispielsweise für Routinen beim Einparken:

  • Wie fahre ich sehr langsam?
  • Wie schätze ich die Räume und die nötigen Abstände richtig ein?
  • Wie und wohin sollte ich lenken?
  • Welche Fahrlinie brauche ich bei einer bestimmten Parklücke?
  • Wie beobachte ich richtig?

Bitte schauen Sie sich bei Bedarf den Beitrag zu den Routinen für das Einparken an

Diese Routinen treten hier im Beitrag wieder auf. Aber in verbundener , koordinierter Form, bei einem gesamten Parkablauf. Sie können mit locker und langsam ausgeführten Routinen Entspanung ins Geschehen bringen. Im Routinen-Beitrag wird dazu an vielen Stellen hingewiesen.

Verschiedene Wagenarten, elektronische Assistenzsysteme
Die Routinen fallen leichter, wenn Sie in Ihrem Wagen kein Schaltgetriebe mit Kupplung haben, sondern ein Automatik-Getriebe Ihnen diese Arbeit abnimmt. Auf solche Besonderheiten gehe ich ein. Genauso behandle ich den Einsatz von elektronischen Assistenzsystemen, die auch das Parken inzwischen leichter machen. Die meisten Angsthäsinnen lehnen den Einsatz dieser Hilfsmittel strikt ab. Sie wollen die Sache „von Grund auf“ lernen, ohne den elektronischen „Firlefanz“. Das ist erst einmal verständlich. Des weiteren kann ich nur geduldig darum bitten, sich den „Firlefanz“ erst einmal anzuschauen, um in der Praxis damit umgehen zu können.

2. Einparken rückwärts rechts längs

Parken rückwärts rechts längs. Fahrlinie grün. Einparken in drei Etappen
Parken rückwärts rechts längs. Fahrlinie grün gepunktet.. Einparken in drei Etappen. 

Der eigentliche Ablauf dieses Einparkens lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Den vierten Abschnitt, Fehlstellung und deren Korrektur, behandle ich im Kapitel extra, wegen der Bedeutung für die Angstbewältigung: 

  1. Suchen und Auswählen der Lücke, Anfangsaufstellung
  2. Hineinfahren in die Lücke nach einem Plan
  3. Rangieren bis zur richtigen Endaufstellung
  4. Fehlstellungen und deren Korrektur

1. Anfangsaufstellung: Eine Parklücke suchen, sich links neben dem vorderen Auto aufstellen, ein Stück weit zurück fahren

Langsam und sehr langsam fahren, beobachten und suchen
Sie suchen eine Parklücke, rückwärts, rechts, längs einzuparken, parallel zum Bordstein. Atmen Sie ruhig. Sagen Sie laut „ich parke gern“. Beobachten Sie den Verkehr, blinken Sie rechts, fahren Sie langsamer. Fährt jemand hinter Ihnen, und es ist zu eng für ihn zum Überholen, sagen Sie: „Der Fahrer ist nett, das wird schon!“ Drängelt der hintere Fahrer sehr, dann lassen Sie sich auf keinen Kampf ein, fahren Sie weiter. Bei einer Einfahrt können Sie ihn vorbei lassen. Dann suchen Sie halt weiter nach einem anderen Parkplatz.

Weitersuchen, ca. 6-m-Lücke finden, aufstellen Spiegel an Spiegel, ein Stück weit zurück kriechen
Blinken Sie weiter rechts. Suchen Sie vor Ihnen eine vielleicht geeignete Lücke. Die Lücke sollte vor und hinter Ihrem Auto jeweils einen knappen Meter länger sein als Ihr Auto, also insgesamt ca. 6 m. Das sehen Sie noch vor der Lücke nicht so genau, wegen der Perspektive. Daher fahren Sie „auf Verdacht“ vor einer etwaigen Lücke langsamer. Neben der Lücke befindlich beobachten Sie nach hinten, halten halten Sie kurz an, schätzen Sie die Lücke ein: Die Lücke sollte etwa 6 m lang sein, also vorne und hinten etwa einen Meter länger als Ihr Auto, wesentlich größer als Ihr Auto! Ist das der Fall, beobachten Sie wieder, fahren oder besser kriechen Sie langsam weiter. Halten Sie links  neben dem vorderen Auto an, ungefähr auf Höhe Spiegel an Spiegel, Abstand zum jetzt rechts neben Ihnen stehenden Auto reichlich, etwa ein guter halber Meter. Bevor Sie zur Tat schreiten, beobachten Sie wieder. Fährt ein Nachfolgender vorbei, oder kommt Gegenverkehr, erst einmal warten. Beim Warten ruhig atmen, laut sprechen: „Das schaffe ich gut, ich weiß, wie ich in die Lücke hinein komme!“ Drängelt der nachfolgende Fahrer sehr, fahren Sie halt weiter. Lieber nachgeben, als im Stress einzuparken. Und sei der Parkplatz noch so einladend.

Ein kleines Stück zurück fahren. „Ich atme ruhig, lasse mir Zeit!“
Wenn alles frei ist oder der Nachfolgende ruhig wartet, ziehen Sie vorsichtig weiter zurück, so weit, bis Sie das Hinterteil des rechten vorderen Autos in Ihrem Dreiecksfenster rechts hinten sehen. Fahren Sie ruhig noch ein ganz bisschen zurück. Damit wandert das Hinterteil des rechts von Ihnen stehenden Autos in Ihrem Dreiecksfenster noch ein wenig nach vorne. Bleiben Sie erst einmal stehen. Atmen Sie ruhig und sagen Sie: „Ich atme ruhig, lasse mir Zeit, so komme ich am besten in die Lücke!“ Sollte dann immer noch alles frei sein, der Nachfolgende steht noch hinter Ihnen, winken Sie ihn vorbei, wenn das überhaupt möglich ist. Ihnen ist dann wohler zumute. Jetzt haben Sie schon ein wichtiges Stück Ihres Parkvorgangs geschafft, Sie stehen in der Ausgangsposition.

2. Hineinfahren in die Lücke nach einem Plan

„Ich lasse mir Zeit, ich beobachte rundum“
Sie haben die Fahrlinie wie in der Zeichnung oben im Kopf. Beobachten Sie wieder nach hinten, ob alles in Ordnung ist, fahren Sie sehr langsam los, ziehen Sie dabei den Wagen scharf nach rechts in die Lücke hinein. Sie drehen dabei das Lenkrad nach rechts mit der Methode des Übergreifens. Es sind ungefähr 1 1/2 Umdrehungen erforderlich, bis zum Anschlag der Lenkung.  Fahren Sie sehr langsam, wie im Beitrag „Routinen für das Einparken“ beschrieben. Atmen Sie ruhig, sagen Sie laut: „Ich lasse mir Zeit, umso sicherer bin ich und sind die anderen.“ Beobachten Sie in Ihrem linken Außenspiegel den hinten geparkten Pkw. Dieser gerät beim Hineinfahren Ihres Pkw immer mehr in Sicht durch den linken Außenspiegel.

„Ich fahre schräg nach schief in die Lücke hinein, bin erleichtert“
Erscheint der Pkw hinten mittig in Ihrem linken Außenspiegel, machen Sie eine kurze Pause, atmen Sie ruhig, beobachten Sie die Umgebung. Dann fahren Sie weiter, drehen Sie das Lenkrad 1 1/2 Umdrehungen zurück nach links, So fährt Ihr Wagen nicht mehr scharf nach rechts, sondern auf einer Geraden schräg in die Lücke hinein. Und Ihr Wagen  entfernt sich  immer mehr aus der Mitte der Fahrbahn. Das ist vorteilhaft für alle Beteiligten. Ein hinter Ihnen wartender Fahrer kann jetzt weiter fahren. Lassen Sie ihn fort, warten Sie und atmen Sie erleichtert durch. Sie haben das Wichtigste geschafft. Nun  fahren Sie weiter schräg nach schief mit gerade gelenkten Rädern  in die Lücke hinein – bis der linke, hintere Blinker des vorderen Autos Ihre Umweltplakette vorne rechts unten an der Frontscheibe überdeckt.
Nun haben Sie den Vorgang beinahe geschafft. Bleiben Sie kurz stehen, atmen Sie ruhig. Sagen Sie laut: „Wunderbar, gleich habe ich es geschafft. Ich kann es!“

Ein Stück eines Linkskreises fahren
Fahren Sie sehr langsam weiter, drehen Sie dabei das Lenkrad scharf nach links! Das kommt Ihnen komisch vor, wenn Sie diese Routine vorher nicht geübt haben. Sie müssen ein Stück eines Linkskreises fahren, damit Ihr Auto vorne rechts in Richtung Bordstein fährt. Wenn Sie sich mit Ihrem Auto vorne dem Bordstein nähern, fahren Sie sehr langsam, drehen Sie das Lenkrad gerade, etwa 1 1/2 Umdrehungen nach rechts. Machen Sie wieder eine kleine Pause, atmen Sie ruhig. Beobachten Sie nach hinten den hinteren Wagen. Wenn Sie sich ihm nähern und die Motorhaube noch gut sichtbar ist, stimmt alles. Freuen Sie sich, entspannen Sie sich, Sie haben es schon so weit geschafft.

3. Rangieren in der Lücke bis zur endgültigen Aufstellung

Rangieren nach vorne, annähern an den Bordstein, Schlussaufstellung: „Ich bin glücklich!“
Beobachten Sie im rechten Außenspiegel, ob der Abstand zum Bordstein richtig ist. 10 – 20 cm wäre schön. Wenn Sie unsicher sind, ziehen Sie die Handbremse, machen Sie den Motor aus, steigen Sie aus (bitte vorher den Verkehr beobachten!!) und schauen Sie nach. Ziehen Sie nach vorne in Richtung vorderer Wagen. Lassen Sie dort noch Platz, so dass dessen Kennzeichen unten gerade mal gerade mal noch zu sehen ist. Nun seien Sie glücklich, dass Sie das Einparken so gut geschafft haben. Gratulieren Sie sich. Dann die Handbremse ziehen, Gang rein, bei Automatik Wählhebel auf P. Vor dem Aussteigen schauen, auf anderen Verkehr, beispielsweise Radfahrer. Nach dem Aussteigen Türen verschließen.

 

Ein Gedanke zu „Angst vor dem Einparken? Einparken ruhig, gekonnt und sicher“

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