Einparken rückwärts rechts, längs zum Bordstein – Abläufe kennen lernen, sich beruhigen

Einparken rückwärts rechts seitlich oder längs zum Bordstein. Schemazeichnungen
Einparken rückwärts rechts seitlich oder längs zum Bordstein. Schemazeichnungen

„Beim Einparken tue ich mich schwer. Ich meine besonders das rückwärts Einparken. Ich fühle mich unter Druck, fürchte, ich schaffe es nicht. Oder, noch schlimmer, ich übersehe etwas.“
(Angsthäsinnen kurz vor der Einpark-Übung.)

Vorwärts einparken ist leichter, rückwärts einparken schwieriger. Dafür kommen wir beim Einparken rückwärts besser in eine kleinere Lücke. Warum ist das so? Die wichtigste Frage: Wie können wir uns beim Einparken vorwärts oder rückwärts beruhigen und entspannen, so dass wir korrekt und sicher in die Parklücke kommen? Ganz so, wie wir es einmal gelernt haben! Hier werden Sie kompetent fürs Einparken. Sie lernen vor allem Dingen, wie Sie sich beim Einparken beruhigen und Ihren Verstand erhalten.

Inhalt

  1. Einparken rückwärts rechts längs oder seitlich zum Bordstein – kurzer Überblick
  2. Einparken rückwärts rechts längs – ausführlicher Überblick mit Bildern
  3. Elektronische Assistenzsysteme helfen beim Einparken
  4. Aufgaben für Sie

1. Einleitung

Für wen ist der Beitrag gedacht? 
Im Beitrag geht es  um die manchmal etwas komplizierten Routinen beim Einparken rückwärts längs zum Bordstein. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Umgang mit den Einpark-Ängsten, an denen viele der Betroffenen leiden. Beruhigung steht an erster Stelle. Gedacht ist der Beitrag vor allem für Prüfungsängstliche oder für Ängstliche im Großstadtverkehr. Paniker/innen, die aktiv weiter mit dem Auto fahren – außer auf die Autobahn -, benötigen ihn nicht. Sie parken wunderbar und ohne Ängste ein.

Vorteile, rückwärts rechts seitlich oder längs zum Bordstein zu parken
Diese Art rückwärts rechts längs zum Bordstein einzuparken ist mit die häufigste im Stadtverkehr. Sie bietet Vorteile: Der Verkehr wird nicht so behindert wie beim Einparken quer zum fließenden Verkehr. Und die erforderlichen Lücken sind nicht so groß wie beispielsweise beim Einparken vorwärts rechts, seitlich zum Bordstein. Nachteile sind zweifellos die etwas kompliziertere Handhabung des Autos beim Einparken rückwärts rechts seitlich, bis es endlich korrekt in der Lücke steht. Diese schreckt vor allem und leider unsere Angsthäsinnen ab. Sie fürchten nicht nur das das Komplizierte am Längseinparken rückwärts rechts, sondern die Behinderung anderer, Angstgedanken wie „ich kann es nicht“, Aufregung und womöglich im Gefolge einen Schaden.

Verschiedene Arten längs/ seitlich einzuparken
Weil diese Art, einzuparken – rückwärts, rechts, seitlich  oder längs zum Bordstein – so oft vorkommt, auch hier im Text, nenne ich sie der Abkürzung halber auch „Längseinparken“.

Einbahnstraße, Pkw parken links und rechts in Fahrtrichtung. Auf der linken Seite wird durch das kleine blaue Zeichen angeordnet, mit den linken Rädern auf dem Bordstein zu stehen. Dies gilt nur für die Pkw links. Der Bordstein ist an dieser Stelle niedrig, so dass ein '"Erklettern" mit den Reifen gut möglich ist. Der schwarze Pkw auf der rechten Seite parkt nicht ganz korrekt. Er steht mit den rechten Rädern auf dem Bordstein, obwohl dort ein entsprechendes Schild wie auf der linken Seite fehlt. Für alle gilt das größere Schild Parken erlaubt, allerdings mit Einschränkungen: Nur mit Parkschein, oder mit Anwohnerparkausweis, in einer bestimmten Zeit. Außerhalb dieser Zeit darf ohne Parkschein oder Anwohnerparkausweis geparkt werden.
Einbahnstraße, Pkw parken links und rechts in Fahrtrichtung. Auf der linken Seite wird durch das kleine blaue Zeichen angeordnet, mit den linken Rädern auf dem Bordstein zu stehen. Dies gilt nur für die Pkw links. Der Bordstein ist an dieser Stelle niedrig, so dass ein ‚“Erklettern“ mit den Reifen gut möglich ist. Bitte an dieser Stelle dennoch sehr langsam und gefühlvoll fahren! Der schwarze Pkw auf der rechten Seite parkt nicht ganz korrekt. Er steht mit den rechten Rädern auf dem Bordstein, obwohl dort ein entsprechendes Schild wie auf der linken Seite fehlt. Für alle gilt das größere Schild Parken erlaubt, allerdings mit Einschränkungen: Nur mit Parkschein, oder mit Anwohnerparkausweis, in einer bestimmten Zeit. Außerhalb dieser Zeit darf ohne Parkschein oder Anwohnerparkausweis geparkt werden.

Zum Längseinparken gibt es einige Varianten:
In einer Einbahnstraße können Sie Sie rückwärts links in aber auch vorwärts links einparken. Beim Einparken rückwärts oder vorwärts links erfolgen alle Handlungsschritte spiegelbildlich. Eine weitere Variante wäre das Einparken mit rechten oder linken Rädern oder gar allen Rädern auf dem Bordstein. Diese Varianten behandle ich hier nicht weiter, es sind Spezialfälle. Sie setzen immer auch die normalen Fähigkeiten einzuparken voraus.

Angsthäsinnen lieben das vorwärts Einparken
Warum lieben Angsthäsinnen das Einparken vorwärts? Das Einparken vorwärts rechts geht schneller, denn wir fahren vorwärts, direkt mit einem leichten Schwenk in die Lücke hinein. Wir können gut schauen, die Betreffende kann sich dem nachdrückenden Verkehr leicht entziehen. Die Betroffenen fahren daher lieber weit und weiter, um eine „schöne“ Lücke fürs vorwärts Einparken zu finden.  Jedoch bleiben gravierende Nachteile:  Diese Lücken fürs vorwärts Einparken müssen ausufernd lang sein – bis zu 10 m! Solche Lücken sind im Großstadtverkehr eher selten. Das bedeutet, dass die Angsthäsin nach dem Einparken oft einen langen Fußmarsch zurück zu ihrem eigentlich Ziel vor sich hat. Dazu kommt die Scham, an allen kleineren Lücken vorbei fahren zu müssen, wegen Unvermögen.

Konfrontieren ist gut
Natürlich üben wir auch das Längseinparken vorwärts. Wir sollten uns aber vor allem in die beängstigende Situation begeben, nämlich das hier behandelte Einparken rückwärts längs üben, in seiner etwaigen Kompliziertheit und Behinderung anderer. Wie setzen uns dem belastenden Druck aus und lernen so, mit unserer Aufregung umzugehen. Das Konfrontieren mit der belastenden Situation ist ein wichtiger Teil der Betreuung. Es entstehen Ängste, es klappt nicht gleich, wir machen Fehler, die Aufregung steigt, wir ein paar Mal probieren und die Angstmilderung erlernen. Das ist der beste Weg!

Der Wunschtraum aller Angsthäsinnen
Die Vorderräder Ihres Pkw sind lenkbar, die Hinterräder nicht. Würde man auch die Hinterräder lenkbar machen, und beide,  Vorder – und Hinterräder, bis zu 90 Grad, dann wäre ein Wunschtraum vieler Angsthäsinnen erfüllt: Wir stellen uns genau neben die Parklücke, drehen alle Räder nach rechts auf 90 Grad und fahren dann in aller Ruhe nach rechts seitwärts in die Parklücke hinein. Die Parklücke könnte dabei sogar ziemlich klein sein. Wie einfach!  Ein schöner Traum. Aber technisch wäre die 90-Grad-Lenkung wahrscheinlich zu aufwendig.

Enge Lücke vorwärts – das geht gar nicht
Also müssen wir mit dem Kompromiss leben – Vorderräder lenkbar, Hinterräder nicht. Das macht die Sache wieder kompliziert. Würden wir so in eine enge Lücke vorwärts rein wollen, müssten wir scheitern: Wir kämen zwar mit unseren lenkbaren Vorderrädern rein in die Lücke, aber nicht mit den starren Hinterrädern. Diese würden lediglich in einem engeren Bogen mitlaufen, mehr nicht. So würde das Auto leider schräg aus der Lücke heraus ragen, eine Gefahr im Verkehr. Zum Einparken vorwärts rechts seitlich brauchen wir immer viel Platz, so um 8 bis 10 m.

Rückwärts läuft es immer
Rückwärts dagegen kommen wir gut in die Lücke hinein: Rückwärts, in einem Doppelbogen, so ungefähr „schräg nach schief“, die starre Hinterachse läuft voraus. Diese schwenken wir unter heftigem Lenken der Vorderräder zuerst rückwärts nach rechts, dann etwas gerade aus und schließlich nach links, bis wir in der Lücke stehen. Da das (nicht lenkbare) Heck beim rückwärts Fahren voraus fährt, kommen wir besser in die etwas kleinere Lücke hinein.  Diese Art einzuparken verlangt das Zusammenspiel mehrerer Routinen – das langsame Fahren, das rückwärts Fahren und Lenken nach Ziel, das Fahren nach einem bestimmten Plan im Kopf, das ständige Umschauen beim Fahren. Diese Routinen sollten wir vor dem Einparken schon gut beherrschen.

Warum die Aufregung?
Dennoch kann sich aus verschiedenen Gründen Aufregung beim Einparken einstellen. Es stimmt, die Abläufe sind beim Einparken rückwärts rechts längs etwas komplizierter. Diese sollten wir natürlich gut beherrschen. Leider kommen  „hausgemachte“, eigene Angst und Nervosität dazu. Sie behindern und stören den an sich gut zu beherrschenden Vorgang. Dann übertreiben Sie als etwas ängstlicher Mensch hinterm Steuer die Kompliziertheit des Vorgangs, Sie schämen sich, wenn andere flugs in die Lücke hinein ziehen, fürchten Ihr Unvermögen, im schlimmsten Fall Aufregung, Durcheinander, einen Unfall. Denn in der Aufregung, so die Furcht, könnten wir vielleicht einen Fußgänger übersehen?? Wir sollten daher doppelt lernen: a) Die Abläufe beim Einparken, und b) den Umgang mit unserer Aufregung beim Einparken, die notwendige Beruhigung. Dann lassen wir uns nicht innerlich hetzen, behalten die Ruhe und sehen auch den Fußgänger. Letztlich fahren wir mit der Beruhigung nicht nur besser, sondern auch sicher.

Aufregung mildern, sich beruhigen
Was heißt nun, lernen, mit der Aufregung umzugehen? Wir bieten mit unserem Ratgeber „Keine Angst mehr hinterm Steuer“ viele, insgesamt sieben Möglichkeiten an, Angst und Aufregung zu mildern. Es geht von den heftigen, blockierenden Symptomen, über belastende Angstgedanken bis zum Fehlverhalten infolge der Aufregung. Sie lernen vor allem, zu Anfang sich selbst zu beobachten, den Stand Ihrer Nervosität einzuschätzen und Ihrem Angsthasenfahrlehrer laut mitzuteilen. Beachten Sie, dass wir bei den nötigen Schritten zum Einparken immer auch auf Pausen verweisen. Wir empfehlen diese dringend. Hier sollten Sie sich beruhigen, bewusst atmen, ein bisschen um sich schauen, laut über Ihre weiteren Pläne sprechen.

Nicht zu viel Belastung
Mit der Belastung dürfen wir es nicht übertreiben. Viele Angsthäsinnen wissen um ihre Schwäche und fordern nun gleich zu Anfang, in möglichst kurze Lücken hinein zu parken. Dies wird aber bei den nur halbwegs Geübten nicht klappen, mit Enttäuschung oder gar Frustration enden. Am  Schluss steigen vielleicht die Ängste und Selbstzweifel. Als Angsthasenfahrlehrer rate ich vor derlei überzogenen Ansprüchen an sich selbst ab. Ich helfe, die notwendige Balance herzustellen, zwischen Belastung und Entspannung, so dass die Stunden mit einem guten Ergebnis enden. Zu Anfang empfehle ich immer, Lücken zu suchen mit einer Länge von ca. 6 m, also 1 1/2 Autolängen.

Mit Fehlern umgehen
Viele Betroffene sind beinahe am Boden zerstört, wenn sie beim Einparken „nicht gleich“ in die Lücke hinein kommen. Sie verzweifeln an sich, fürchten auch für später möglichen Druck oder hämische Blicke anderer. Dies ist ein willkommener Anlass, gerade mit Fehlern und zerstörerischen Gedanken umzugehen, sich auf Fehler einzulassen und ganz bewusst auch Fehlstellungen beim Einparken zu suchen. Der Lohn der Mühe, Fehler zu korrigieren: Wir werden gleichmütiger, Fehler gehören halt irgendwie mit dazu. Und die Ängste in einem der entscheidenden Punkte  werden milder.

Assistenzsysteme können beim Einparken helfen
Ein kurzes Kapitel möchte ich den elektronischen Assistenzsystemen widmen. Denn sie können Ihnen beim Einparken helfen. Schon bei der Suche eines geeigneten Parkplatzes bis zur eigentlichen Fahrt in den Parkplatz hinein. Viele Angsthäsinnen lehnen diese Systeme ab, sie wollen das Parken oder anderes Verhalten im Straßenverkehr allein entscheiden und selbst ausführen. Das kann ich verstehen. Die Verantwortung bleibt immer noch bei Ihnen. Daher ist es grundsätzlich besser, den Durchblick zu haben. Dennoch werden diese Systeme immer sicherer. Ein anderes Beispiel: Früher übten wir bei der Fahrschulausbildung noch mühsam das sogenannte „Stotterbremsen“ bei glatter Fahrbahn und Gefahr. Heute hilft uns das ABS-System viel besser. Also lassen Sie sich doch darauf ein, einen Teil dieser Systeme kennen zu lernen.

Ablaufschema, sieben Schritte sollst Du tun
Sie gelangen in sieben Schritten in die rechts hinter Ihnen befindliche Parklücke.  Zu Beginn eines jeden Schrittes steht das sehr wichtige Schauen, = rundum Schauen. Auch während der langsamen Weiterfahrt nach hinten sollten Sie immer wieder wieder um sich herum schauen, meistens seitlich oder nach hinten.  Für all die folgenden Schritte sind Routinen/ schematisierte Handlungsabfolgen notwendig, um schließlich in die Lücke zu kommen. Beim kurzen Überblick benenne ich nur die Routinen. Beim ausführlichen Überblick erkläre ich bei jedem neuen Schritt den Sinn dieser folgenden Routinen. Zum Schluss eines jeden Schrittes wird auf das Einhalten einer kurzen Pause hingewiesen, zur Milderung der Nervosität, zur Beruhigung  und zur Erholung.

Pause einhalten – wenn es sein muss jederzeit
Das Einhalten einer Pause sollte nach jeder Etappe beim Vorgang des Einparkens erfolgen. Sollte die Betroffene aber in nervliche Not geraten, dann kann sofort Schluss gemacht und eine Pause eingelegt werden. Die Beruhigung und Wiederherstellung der Fahrfähigkeiten hat immer Vorrang vor dem Weiterfahren!

2. Einparken rückwärts rechts längs – kurzer Überblick über den Ablauf

Die folgenden Zeilen sind nur ein kurzer Überblick, zur ersten Orientierung. Wenn Sie den Ablauf ausführlich lesen wollen, mit Bildern zu den einzelnen Etappen beim Einparken, dann schauen Sie sich das nächste Kapitel Nr. 3 an.

  1. Vorbereitung, Parkplatz suchen, neben der Lücke anhalten
    Schauen, bremsen, rechts blinken, langsam fahren, eine geeignete Parklücke suchen (6 m, = ca. 1 1/2 Pkw-Länge), noch langsamer fahren, Seitenabstand ein knapper Meter, anhalten. Pause.
  2. Abgleich neben dem vorderen Auto
    Schauen, rechts blinken, meistens etwas zurück ziehen, sehr langsam fahren, Spiegel an Spiegel aufstellen, anhalten. Pause.
  3. Den Wagen zurück versetzen
    Schauen, rechts blinken, langsam geradeaus rückwärts fahren, im Seitenfenster hinten rechts beobachten, bis dort das Heck (das Wagenende) des anderen Pkw auftaucht. Das Heck sollte sich in der Mitte des Seitenfensters hinten rechts befinden. Pause.
    Bemerkung: Wenn der rechts von stehende Pkw klein ist, brauchen wir wahrscheinlich nicht mehr zurück zu fahren.
  4. Nach rückwärts rechts schwenken
    Schauen, vor allem auch nach links hinten, rechts blinken. Weiter rückwärts

    Einparken rückwärts seitlich am Bordstein - Fahrlinie, wichtige Etappen 4. - 6.
    Einparken rückwärts seitlich am Bordstein – Fahrlinie, wichtige Etappen 4. – 6.

    fahren. Dabei das Lenkrad scharf nach rechts drehen, bis zum Anschlag, und in die Parklücke hinein schwenken. Im linken Außenspiegel den hinteren Pkw beobachten. Bis seine beiden Scheinwerfer voll im unserem linken Außenspiegel zu sehen sind.  Pause.

  5. Ein Stück weit gerade und schräg nach schief, in die Lücke fahren
    Schauen. Fahren Sie weiter und drehen Sie das Lenkrad wieder zurück auf die Gerade-Stellung. Das sind etwa 1 1/2 Umdrehungen nach links. Sie sehen das Logo des Herstellers in der Mitte des Lenkrades zum Schluss der Drehung aufrecht stehen. Fahren Sie langsam weiter, bis das linke Rücklicht des vorderen Pkw gleich auf steht mit Ihrer Umweltplakette rechts unten in der Frontscheibe Ihres Pkw. 
  6. Nach links schwenken, sich dem Bordstein nähern, gerade ziehen.
    Schauen. Fahren Sie langsam weiter, drehen Sie das Lenkrad scharf nach links, aus der Geradestellung 1 1/2 Umdrehungen nach links. Ihr Wagen muss mit seinem Bug (dem Wagenende) nach links ziehen, um sich dem Bordstein rechts von Ihnen  langsam anzugleichen. Wenn Sie immer wieder nach hinten schauen, werden Sie dies begreifen. Sie fahren mit dem Bug ein kleines Stück Kreis nach rückwärts links, um sich dem Bordstein rechts parallel anzunähern. Bei vielen Wagen gibt es eine Stellung beim Schaltknopf der Spiegeleinstellung, bei der der rechte Außenspiegel beim Einlegen des Rückwärtsganges nach unten schwenkt. Dadurch sehen Sie den Bordstein viel besser. Sind Sie soweit, dann drehen Sie das Lenkrad wieder 1 1/2 Umdrehung zurück nach rechts auf Geradeaus-Fahrt rückwärts. Bitte beachten Sie den nötigen Abstand zum hinteren Auto. Solange Sie dessen Motorhaube in Ihrem Rückfenster noch teilweise sehen können, stimmt der Mindestabstand.+ Pause. Längere Pause. Freuen Sie sich, Sie sind bald soweit, haben es gleich geschafft.
  7. Schlussetappe – nach vorne ziehen, Abstand zum Bordstein
    Nun sind wir in der Schlussetappe, die gar nicht so schwer ist. Es ist ein bisschen so wie vorwärts rechts einparken. Beobachten Sie den Bordstein in Ihrem rechten Außenspiegel, ob Sie noch zu viel Abstand haben. Unter 30 cm wäre gut. Dann legen Sie den ersten Gang ein, drehen das Lenkrad nach rechts, falls dort noch Platz zum Bordstein. Anschließend aber wieder mehr nach links und wieder gerade aus drehen, damit der Wagen parallel zum Bordstein fährt. Zum vorderen Wagen aufschließen, nicht zu nah, sonst kommen Sie oder der andere Fahrer womöglich nicht mehr raus aus der Lücke. Am besten, wenn Sie dessen Kennzeichen unten noch sehen können. Große Pause. Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Die Pause haben Sie sich verdient. Wenn Sie den Wagen verlassen wollen: Sichern gegen Wegrollen, die Scheiben hochfahren. Beim Aussteigen vorsichtig sein, auf Radfahrer achten! Anschließend von außen die Türen verriegeln.

3. Abfolge der nötigen Routinen von 1. – 7., einschließlich Pause. Ausführliche Darstellung, mit Bildern

  1. Vorbereitung, Parkplatz suchen
    In die Spiegel schauen, vorsichtig bremsen, rechts blinken, eine Lücke suchen. Diese sollte ungefähr 1 1/2 mal so groß sein wie unser Auto, etwa 6 m. Für das Einschätzen der Lücke müssen Sie langsam fahren und noch langsamer fahren. Und womöglich andere hinter Ihnen behindern. Tief atmen, laut sprechen. Beispiel: „Ich bin nervös, ich beruhige mich, atme ruhig.“
    Wenn Sie eine geeignete Lücke gefunden haben, wieder schauen, noch langsamer fahren. Achten Sie auf einen seitlichen Abstand zum vorderen Pkw von ungefähr einem knappen Meter. Anhalten, ungefähr neben dem vorderen Pkw. Pause.
    Hoher Platzbedarf, ca. 6 m
    Die meisten Anfänger/innen unterschätzen den nötigen Platzbedarf bei dieser Art einzuparken. Es reicht leider nicht, eine Lücke zu wählen, die „ein bisschen“ länger ist als ein normal großer Pkw, also etwas mehr als 4 Meter. ‚Wir fahren ja nicht, wie vorher geschildert, einfach quer hinein in die Lücke. Das gibt unsere Lenkung nicht her. Es bleibt uns nur, das nicht lenkbare Heck durch heftige Schwenks der Vorderachse voraus und „schräg nach schief“ in die Lücke zu bugsieren. Die Schrägfahrt in die Lücke hinein erfordert aber Platz. Dazu kommen noch nötige Sicherheitsabstände. Damit Sie beim Einschätzen der nötigen Lücken kompetenter werden, üben Sie bitte die am Schluss des Beitrags aufgeführte Aufgabe. 
  2. Halten, Abgleich zum nebenstehenden Pkw, Spiegel an Spiegel stehen
    Meistens stehen Sie nach dem ersten Halten ein bisschen zu weit vorne. Sie müssen von da aus ein wenig zurückfahren, auf Höhe Spiegel an Spiegel neben dem vorderen Pkw neben Ihnen. Pause
  3. Ihren Wagen zurück versetzen
    Sie sollen in dieser Etappe Ihren Wagen schlicht und einfach ein bisschen zurück versetzen, parallel zum neben Ihnen stehenden Wagen. Der Sinn dieser Etappe ist es, hinterher, beim folgenden Schwenken, etwas mehr Abstand zum Heck des neben Ihnen stehenden Wagens zu gewinnen. Ihr Wagen soll hinten über den anderen Wagen rechts von Ihnen hinaus ragen. Damit gelingen die folgenden Schwenks, zuerst nach rechts, später nach links, besser und sicherer.
    Schauen, ob um Sie herum frei ist. Langsam rückwärts fahren, bis sich das Heck (das Hinterteil) des neben Ihnen geparkten Pkw in Ihrem hinteren rechten Seitenfenster

    Der vordere Wagen rechts neben Ihnen ist beim Rückwärtsfahren mit seinem Heck in Ihrem Seitenfenster hinten rechts gelandet. So wie hier ragt Ihr Wagen hinten ein bisschen über den roten Wagen hinaus. Damit kommen Sie gut in die Lücke.
    Der vordere Wagen rechts neben Ihnen ist beim Rückwärtsfahren mit seinem Heck in Ihrem Seitenfenster hinten rechts gelandet. So wie hier ragt Ihr Wagen hinten ein bisschen über den roten Wagen hinaus. Damit kommen Sie gut in die Lücke hinein. Ab jetzt drehen Sie, wenn alles frei ist, bei der weiteren Rückwärtsfahrt energisch nach rechts in die Lücke hinein. Anmerkung: Wenn der Wagen neben Ihnen sehr kurz ist, brauchen Sie nicht mehr rückwärts zu fahren.

    rechts befindet. Pause. Je weiter Sie rückwärts fahren, umso mehr nähert sich das Heck des anderen Pkw dem vorderen Teil Ihres hinteren Seitenfensters. Ihr Wagen ragt dann ein wenig rückwärts über den anderen Wagen hinaus. So soll es sein. Sie kommen dann besser in die Lücke hinein. Pause.

  4. Nach rückwärts rechts schwenken
    Hier beginnt Ihr erster tatsächlicher Fahrzug hinein in die Lücke, durch einen kräftigen Schwenk nach rechts. Lücke. Wir wollen aber den Schwenk nach rechts begrenzen, dass Sie nicht allzu steil auf den Bordstein zu laufen. Daher ist das Ende dieser Etappe erreicht, wenn in Ihrem Außenspiegel der hintere Wagen auftaucht und mit beiden Scheinwerfern mitten im linken Außenspiegel zu sehen ist.
    Wieder umschauen. Achten Sie auch auf Verkehr von links hinten. Dann stehen bleiben. Sehr langsam weiter rückwärts fahren, dabei das Lenkrad nach rechts drehen, bis zum Anschlag (= 1 1/2 Umdrehungen). Ihr Wagen schwenkt dabei nach rückwärts rechts ein. Beobachten Sie dabei auch Ihren linken Außenspiegel. Der hintere Wagen kommt bei der Rückwärtsfahrt nach rechts immer mehr in Sicht in Ihrem linken Außenspiegel. Sehen Sie dort die beiden Scheinwerfer des hinteren Wagens, halten Sie an. Pause.
  5. Ein Stück weit gerade, schräg nach schief, in die Lücke fahren
    Sinn! Wieder umschauen. Nun fahren Sie sehr langsam weiter zurück, lenken dabei das Lenkrad zurück  nach links auf Stellung geradeaus. Das sind ungefähr wieder 1 1/2 Umdrehungen, nach links. Sie fahren gerade, sehen das Logo des Herstellers aufrecht in der Mitte des Lenkrades. Fahren Sie langsam weiter zurück, schräg nach schief, aber gerade. Bis Ihre Umweltplakette rechts unten in der Frontscheibe das rote Rücklicht des vorderen Wagens überdeckt. Halten Sie an. Pause
  6. Nach links schwenken, in Richtung Bordstein, und parallel  zum Bordstein
    Sinn! Wieder umschauen. Vorsichtig weiterfahren, dabei das Lenkrad scharf nach links drehen. Dabei dreht sich Ihr Wagen in einem Viertelkreis nach links, fährt Richtung Bordstein, anschließend immer mehr parallel zum Bordstein. Sind Sie soweit, noch ein bisschen zurück fahren, dabei das Lenkrad 1  1/2 Umdrehungen nach rechts drehen, wieder in Stellung gerade aus. Schauen Sie rundum, vor allem auch nach hinten. Denn Sie nähern sich immer mehr dem hinteren Auto. Wenn Sie dessen Motorhaube nur noch zu einem Drittel sehen, ist Vorsicht geboten beim weiteren Rückwärtsfahren. Halten Sie besser an. Achten Sie auf den Abstandspiepser, oder auch auf das Display der Rückfahrkamera. Im Zweifel steigen Sie lieber aus, schauen Sie direkt nach. Pause
    Sie haben die Hauptsache geschafft, ruhen Sie sich kurz aus. 
  7. Schlussetappe – nach vorne ziehen, den nötigen Abstand zum Bordstein einhalten
    Sinn, nach vorne nach hinten? Überprüfen Sie Ihren Abstand und Ihre parallele Stellung zum Bordstein rechts. Bei vielen modernen Wagen geht das durch eine besondere Schaltung des rechten Außenspiegels, sobald Sie den Rückwärtsgang eingelegt haben. Der rechte Außenspiegel senkt sich dadurch etwas nach unten und erlaubt so eine bequeme Sicht nach hinten unten Richtung Bordstein und Abstand zum Bordstein. Wenn Sie die automatische Neigung des rechten Außenspiegels in Ihrem Auto nicht haben, aber den rechten Außenspiegel wenigstens durch Knopfbedienung elektrisch absenken können, dann tun Sie das. Sollten Sie Sie nur eine mechanische Verstellung des Außenspiegels vorfinden, dann müssen Sie sich weit nach rechts herüber beugen, um den rechten Außenspiegel nach unten zu stellen. Das wird nicht genau gehen. Oder steigen Sie einfach aus und schauen direkt nach. Etwas umständlich, aber sehr informativ.
    Und nun korrigieren Sie den Wagen für seine Endstellung: Fahren Sie im Idealfall noch ein bisschen nach rechts vorne dann gerade aus. Soweit, dass Sie das Kennzeichen des vorderen Wagens noch sehen. Dann halten Sie an, ziehen Sie die Handbremse, oder legen Sie den ersten Gang ein; bei Automatik die Stellung des Wählhebels P. Geschafft. Große Pause. Freuen Sie sich. 


S

„Ich möchte auf einmal in die Parklücke rein kommen. Meinetwegen langsam, aber sofort, ohne Fehler, ohne zu korrigieren und hin und her zu fahren.“
„Beim Einparken tue ich mich schwer. Ich fühle mich unter Druck, fürchte, ich schaffe es nicht. Oder, noch schlimmer, ich übersehe etwas.“
(Angsthäsinnen kurz vor der Einpark-Übung.)

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Routinen beim Einparken automatisch, ruhigund sicher

Zum Beitragsbild: Bedieneinrichtungen im Fahrschul-Pkw.
Sie sehen hier im Bild die wichtigsten Bedieneinrichtungen im (Fahrschul-)Pkw, die es Ihnen als Fahrerin ermöglichen, die Routinen fürs Einparken zu umzusetzen.

Eine kurze Beschreibung der Bedieneinrichtungen: 

  • Voraussetzung für das Bedienen: Bequemes, sicheres Sitzen. Sie sollten im Auto bequem sitzen, beobachten können und alle Bedieneinrichtung gut erreichen. Den Sitz nicht zu nah ans Lenkrad heran schieben, eher ein bisschen auf Abstand. Arme am Lenkrad und Beine bei der Bedienung der Pedale sind leicht gebeugt. Ihre Sitzlehne einigermaßen aufrecht stellen. So kommen Sie locker an alle Bedieneinrichtungen und haben die die nötige Übersicht.
  • Pedale: Unten vor Ihrem Sitz die Pedale, von links nach rechts: Kupplung, Bremse, Gas. Vor dem Beifahrersitz die Pedale des Beifahrers (Fahrlehrers). Gaspedal und Bremse bedienen Sie mit dem rechten Fuß; die Kupplung mit dem linken Fuß. Mit den drei Pedalen regeln Sie, pauschal gesagt, das Tempo. Mit dem Gaspedal fahren Sie schneller, mit der Bremse langsamer. Und wozu ist die Kupplung da? Damit haben viele ihre Schwierigkeiten. Sie brauchen beim Schaltwagen die Kupplung beim Schalten, rauf und runter, beim Anfahren, beim Anhalten. Und, für unser Thema sehr wichtig, Sie brauchen die Kupplung beim langsamen Fahren. Die Kupplung ist beim Schaltwagen ein wunderbares Instrument, um im ersten oder Rückwärtsgang so langsam zu fahren, wie es gerade nötig ist. Und das ist beim Parken immer nötig. Mit dem Automatik-Wagen lassen setzen Sie den Fuß über das breite Bremspedal. Sie können durch geringen oder etwas mehr Druck auf das breite Bremspedal das Tempo immer mehr verlangsamen. Mit weniger oder gar keinem Druck fahren Sie etwas  schneller. 
  • Sicht, Beobachtung: Beachten Sie die große Frontscheibe nach vorne, ebenso die großen Seitenscheiben. Dazu die die drei Spiegel zur Sicht nach hinten, links außen, Mitte und rechts außen.  Die drei Spiegel haben einen sog. „toten Winkel“. Zur Einsicht in den toten Winkel der Außenspiegel sollte man den Kopf noch mehr zur Seite drehen. Die restlichen Spiegel sind für den Fahrlehrer.
    Zur direkten Sicht nach hinten gibt es ein Rückfenster (nicht im Bild). Der Blick nach hinten unten ist im toten Winkel verborgen. Für diesen Bereich gibt es bei vielen Autos ein akustisches Warnsignal, und /oder eine starke Weitwinkelkamera. Deren Bild auf einem Display auf der Armaturentafel (hier im Foto nicht). 
  • Lenkrad: Mittig vor Ihnen befindet sich das Lenkrad, mit dem voluminösen Mittelsteg. Dahinter verbirgt sich der Airbag für die Fahrerin. Fürs Parken ist das Lenkrad sehr wichtig,  denn Sie sollten beim Parken „viel“ lenken, so der Fahrlehrerspruch in der Überschrift. Das stimmt. Aber vor allem sollten Sie ein Gespür dafür haben, wohin Sie lenken müssen, um in Ihren gewünschten Parkplatz hinein zu kommen. Und dies vorwärts wie rückwärts. Kurz gesagt, schauen Sie nach hinten, wohin Sie gleich fahren wollen: Sie müssen das Heck/ das Rückteil Ihres Autos immer dahin lenken, wohin Sie auch wollen, ob vorwärts oder rückwärts. Möchten Sie, dass sich beim Rückwärtsfahren das Heck des Pkw nach rechts bewegt, dann lenken Sie auch nach rechts. Weil so oft danach gefragt wird: Ein zweites Lenkrad für den Fahrlehrer gibt es nicht. Normalerweise reicht es, wenn der Fahrlehrer im Notfall mit der linken Hand am Lenkrad eingreift.  Das Lenkrad und das Lenken werden uns bei unserem Thema noch sehr beschäftigen.

In diesem Beitrag geht es um vier wesentliche Routinen, die beim Einparken zusammen wirken:

  1. Verkehrsbeobachtung: Das ständige Beobachten und Einschätzen des Verkehrsgeschehens und der Räume um Sie herum, und angemessene Reaktionen, beim Einfahren in Ihre Lücke.
  2. Langsames Fahren: Langsam und sehr langsam fahren, vorwärts und rückwärts.
  3. Lenken in alle Richtungen: Weiches, flüssiges Lenken, nach Ziel, vorwärts und rückwärts.
  4. Fahrplan fürs Einparken: Einen Plan im Kopf haben und wissen, wie Sie ihn umsetzen können, um in die verschiedenen Arten von Lücken hinein zu fahren. Wieder vorwärts und rückwärts.

Diese vier Routinen vereinigen und ergänzen sich zu und bei einem kompletten Parkvorgang. Den kompletten Parkvorgang selbst – in in möglichen Varianten –  beschreibe ich in einem weiteren Beitrag.

Die Routinen selbst können durch richtige und vor allem ruhige Ausführung dazu beitragen, Ängste und Nervosität zu mildern. Es geht für Sie immer um beide Anforderungen: Die Routinen richtig und ruhig auszuführen. Dann bleibt die Nervosität unter Kontrolle, Sie kommen effektiv in die Parklücke. 

„Fahre langsam und drehe viel, dann ist das Parken ein Kinderspiel!“
(Alter Fahrlehrerspruch) 

Routinen beim Einparken –
automatisch, locker und sicher ausführen

In diesem Beitrag beschreibe ich – nach einleitenden Kapiteln – vier wesentliche Routinen, die Sie zum Einparken benötigen. Routinen beim Einparken automatisch, ruhigund sicher weiterlesen