Blackout beim Einparken. Aufgaben, die Ihnen aus der Angst helfen

Mein Schlüsselerlebnis als Fahrlehrer: Ein Prüfling leidet an schwerer Nervosität in der Fahrprüfung – ein Blechunfall droht. Was kann der Prüfling tun? Was können Sie gegen Ihre Nervosität tun?

Nach einer misslungenen Fahrprüfung begann ich als künftiger Angsthasenfahrlehrer über Nervosität am Steuer und die Möglichkeiten der Hilfe nachzudenken. Heraus kamen erste Schritte, die Nervosität beim Einparken, allgemein beim Autofahren, zu mildern. Ein guter Einstieg, den ich jedem Prüfling und Fahrlehrer empfehlen kann. Damals habe ich gemerkt: Allein mit dem Üben des Stoffs  kommt man hier nicht weiter.  Der Prüfling sollte lernen, mit seiner Nervosität umzugehen, Fahrlehrer/innen könnten ihm dabei helfen. 

Wer kann von den Aufgaben profitieren?

Für wen? Die Aufgaben sind vor allem für ängstliche Prüflinge gedacht. Aber auch Angsthasen im Stadtverkehr mit Führerschein können daraus lernen. Allgemein alle, die sich für das Thema Milderung der Nervosität beim Autofahren interessieren. Die Aufgaben passen zur Programmstufe eins, der Vorbereitung auf die Bewältigung der Angst im Straßenverkehr. Sie ersetzen allerdings nicht die weiteren Stufen im Programm, Fahrten im Straßenverkehr unter Begleitung des Angsthasenfahrlehrers.

Art der Aufgaben. Die Aufgaben sind teils theoretischer, teils praktischer Art. Zuerst verschaffen wir uns Wissen zur Milderung der Nervosität. Bitte lesen und studieren Sie das nachfolgend angeführte Infopapier zur Nervosität und deren Milderung. Dann gehen wir über zu praktischen Aufgaben. Sie stellen sich Situationen vor oder begeben sich in welche hinein, die Sie immer mehr belasten und Nervosität erzeugen. Wir üben gleichzeitig und gezielt die Beruhigung der blockierenden Symptome, fühlen uns wieder entspannter, kontrollieren die Lage. Die Übungen finden auch im stehenden Auto statt. Keine Sorge, all das ist ungefährlich. Der Motor ist aus, die Handbremse angezogen.

Warnung 1: Die Aufgaben sind vor allem für Prüfungsängstliche gedacht. Daneben auch für Betroffene mit Führerschein, die sich mit Hilfe dieser Aufgaben besser in das Programm Bewältigung von Fahrangst einarbeiten wollen. Prüfungsängstliche dürfen im Straßenverkehr nur begleitet von einem Fahrlehrer üben. Dasselbe gilt für die praktische Prüfung. Schwierigkeiten kann es geben, da Fahrlehrer eigentlich gar keine Ausbildung zu diesem Thema haben. Viele der hier vorgestellten Hilfen gegen die Prüfungsangst werden bei ihnen auf Unverständnis stoßen. Da wird es darauf hinaus laufen, dass der begleitende Fahrlehrer die für ihn neuen Abläufe und Verhaltensweisen bestenfalls duldet. Sie brauchen aber ein gutwilliges, unterstützendes soziales Umfeld! Darauf nehme ich am Schluss des Artikels Stellung

Warnung 2: Fahrängstliche mit Führerschein sollten folgendes beachten: Die Aufgaben gehören zur Vorbereitung auf die wichtigen Stufen zwei und drei im Programm Bewältigung der Angst hinterm Steuer: Betreuungsfahrten im Straßenverkehr unter Begleitung des Angsthasenfahrlehrers, bei immer stärkerer Belastung und Milderung der Angst durch besondere Übungen. Die Aufgaben ersetzen diese beiden wichtigen Stufen zwei oder drei nicht, sondern dienen eben nur der Vorbereitung darauf. Alle drei Programmstufen gehören eng zusammen. 

Soweit Sie schon den Führerschein haben, und noch in Ihrer Angst befangen sind, sollten Sie weder allein, noch mit unkundigen Personen – Freunden, Partnern, Verwandten – im Straßenverkehr üben, mit einem normalen, Nicht-Fahrschul-Pkw. Das kann bei Ihrer Angst zu gefährlichen Situationen führen. Niemand kann Sie dann schützen! Diese Warnung finden Sie auch auf der Rückseite des Infoblattes zum Ablauf des Programms.
Üben Sie im Straßenverkehr nur begleitet von Ihrem Angsthasenfahrlehrer!
  

Marianne hat den Führerschein, ist etwas ängstlich. Nach einem Parkschaden vermeidet sie das Autofahren. Nun hat ihr Freund sie überredet, am Wochenende mit ihm auf einem großen, einsamen Parkplatz zu üben. Sie möchte das nicht, hat ein ganz schlechtes Gefühl, doch er lässt nicht locker. Sein Argument: Damit wirst Du sicherer, traust Dich wieder ganz allein in den Verkehr. Schließlich stimmt sie zu. Der Freund fährt sie zum Parkplatz. Sie üben dort, am Rande des Parkplatzes. Dort stehen Bäume, es ist schattig, sehr ruhig, niemand stört sie. 

Sie üben das Rückwärtsfahren. Sie schafft das unter großer Anstrengung, ihr wird immer unwohler, sie fühlt sich erschöpft. Er lobt sie dagegen. “Noch einen Versuch”, bettelt er. Sie fahren rückwärts, hinter ihnen ein Baum. Der Freund macht sie darauf aufmerksam, bittet um langsameres Fahren. In diesem Moment fühlt sie Panik aufsteigen. Drückt mit dem rechten Fuß voll zu, verwechselt leider Gas und Bremse. Der Wagen beschleunigt. 

Doch nun lesen Sie die Geschichte: 

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