Einparken rückwärts rechts, längs zum Bordstein: Abläufe kennen lernen, sich beruhigen

Einparken rückwärts rechts seitlich oder längs zum Bordstein. Schemazeichnungen
Einparken rückwärts rechts seitlich oder längs zum Bordstein. Schemazeichnung

„Beim Einparken tue ich mich schwer. Ich meine besonders das Einparken rückwärts am Bordstein. Das ist kompliziert. Ich fühle mich unter Druck, vor allem, wenn andere mich beobachten. Ich fürchte, ich schaffe es nicht. Oder noch schlimmer, ich übersehe etwas.“
(Angsthäsin kurz vor der Einpark-Übung.)

Vorwärts einparken ist leichter, rückwärts einparken schwieriger. Lohn der Mühe: Wir kommen beim Einparken rückwärts besser in eine kleinere Lücke.  Zwei wichtige Fragen, für die ich Ihnen hier Lösungen anbiete:
1) Wie kommen wir effektiv, gekonnt in die kleinere Lücke hinein?
2) Wie können wir uns beim Einparken rückwärts beruhigen, so dass wir unseren Verstand bewahren, korrekt und sicher in die Parklücke kommen?
Hier erfahren Sie die wichtigsten Abläufe beim Längseinparken. Damit knüpfe ich an den Fahrschulunterricht an. Doch ist auch einiges neu, vor allem sollten Sie sich regelmäßig beim Einparken beruhigen.

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Einparken rückwärts längs oder seitlich zum Bordstein –
    kurzer Überblick in sechs Schritten
  3. Einparken rückwärts längs –
    ausführlicher Überblick mit Bildern
  4. Elektronische Assistenzsysteme helfen beim Einparken
  5. Aufgaben für Sie
  6. Links zum Längseinparken

1. Einleitung

Für wen ist der Beitrag gedacht? 
Im Beitrag geht es  um die manchmal etwas komplizierten Routinen beim Einparken rückwärts längs zum Bordstein. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Umgang mit den Einpark-Ängsten, an denen viele der Betroffenen leiden. Beruhigung steht an erster Stelle. Gedacht ist der Beitrag vor allem für Prüfungsängstliche oder für Ängstliche im Großstadtverkehr. Paniker/innen, die aktiv weiter mit dem Auto fahren – außer auf der Autobahn -, benötigen den Beitrag nicht. Sie parken wunderbar und ohne Ängste ein.

Vorteile, rückwärts rechts seitlich oder längs zum Bordstein zu parken
Diese Art rückwärts rechts längs zum Bordstein einzuparken ist mit die häufigste im Stadtverkehr. Sie bietet Vorteile: Der Verkehr wird nicht so behindert wie beim Einparken quer zum fließenden Verkehr. Und wir kommen wieder sicher heraus aus der Lücke, weil wir beim Ausparken gut nach hinten schauen können. Die erforderlichen Lücken brauchen nicht so groß zu sein wie beispielsweise beim Einparken vorwärts rechts, seitlich zum Bordstein. Nachteile sind zweifellos die etwas kompliziertere Handhabung des Autos beim Einparken rückwärts rechts seitlich, bis es endlich korrekt in der Lücke steht. Das schreckt vor allem und leider unsere Angsthäsinnen ab. Sie fürchten nicht nur das das Komplizierte am Längseinparken rückwärts rechts, sondern die damit einhergehende Behinderung anderer. Dann folgen  Angstgedanken wie „ich kann es nicht, ich behindere andere schwer, ich kann es nicht“. Der Aufregung könnte womöglich Fehlverhalten und ein Schaden folgen.

Verschiedene Möglichkeiten, längs/ seitlich einzuparken
Weil diese Art, einzuparken – rückwärts, rechts, seitlich  oder längs zum Bordstein – so oft vorkommt, auch hier im Text, nenne ich sie der Abkürzung halber auch „Längseinparken“ oder Einparken längs“.
Zum Längseinparken gibt es einige Varianten:
In einer Einbahnstraße können Sie nicht nur rechts, sondern auch rückwärts links, aber auch vorwärts links einparken. Beim Einparken rückwärts oder vorwärts links erfolgen alle Handlungsschritte spiegelbildlich zum Einparken rechts. Eine weitere Variante wäre das Einparken mit rechten oder linken Rädern oder gar allen Rädern auf dem Bordstein. Diese Varianten behandle ich hier nicht weiter, es sind Spezialfälle. Sie setzen immer auch die normalen Fähigkeiten einzuparken voraus.

Einbahnstraße, Pkw parken links und rechts in Fahrtrichtung. Auf der linken Seite wird durch das kleine blaue Zeichen angeordnet, mit den linken Rädern auf dem Bordstein zu stehen. Dies gilt nur für die Pkw links. Der Bordstein ist an dieser Stelle niedrig, so dass ein '"Erklettern" mit den Reifen gut möglich ist. Der schwarze Pkw auf der rechten Seite parkt nicht ganz korrekt. Er steht mit den rechten Rädern auf dem Bordstein, obwohl dort ein entsprechendes Schild wie auf der linken Seite fehlt. Für alle gilt das größere Schild Parken erlaubt, allerdings mit Einschränkungen: Nur mit Parkschein, oder mit Anwohnerparkausweis, in einer bestimmten Zeit. Außerhalb dieser Zeit darf ohne Parkschein oder Anwohnerparkausweis geparkt werden.
Verschieden Möglichkeiten, einzuparken, Einbahnstraße. Pkw parken links und rechts in Fahrtrichtung. Es darf vorwärts, aber auch rückwärts eingeparkt werden, wenn der angestrebte Parkplatz in der Einbahnstraße in der Nähe liegt. Auf der linken Seite wird durch das kleine blaue Zeichen angeordnet, mit den linken Rädern auf dem Bordstein zu stehen. Dies gilt nur für die Pkw links. Der Bordstein ist an dieser Stelle niedrig, so dass ein ‚“Erklettern“ mit den Reifen gut möglich ist. Bitte an dieser Stelle dennoch sehr langsam und gefühlvoll fahren! Der schwarze Pkw auf der rechten Seite parkt nicht ganz korrekt. Er steht mit den rechten Rädern auf dem Bordstein, obwohl dort ein entsprechendes Schild wie auf der linken Seite fehlt. Für alle gilt das größere Schild Parken erlaubt, allerdings mit Einschränkungen: Nur mit Parkschein, oder mit Anwohnerparkausweis, in einer bestimmten Zeit. Außerhalb dieser Zeit darf ohne Parkschein oder Anwohnerparkausweis geparkt werden.

 

Angsthäsinnen lieben das vorwärts Einparken
Warum lieben Angsthäsinnen das Einparken vorwärts? Das Einparken vorwärts rechts – vorausgesetzt die Lücke ist groß – geht einigermaßen fix, denn wir fahren direkt mit mehreren leichten Schwenks in die Lücke hinein. Wir können gut schauen, die Angsthäsin am Steuer kann sich dem nachdrückenden Verkehr leicht entziehen. Und das ist für alle Angsthäsinnen der wichtigste Grund, solche Lücken aufzusuchen. Die Betroffenen fahren daher lieber weit und weiter, um eine „schöne“ Lücke fürs vorwärts Einparken zu finden.  Jedoch bleiben gravierende Nachteile.
Eine Angsthäsin hat mir dazu folgende Geschichte erzählt:
Auf der Suche nach dem Riesenparkplatz
Die Angsthäsin hatte den Wagen vor dem Supermarkt gut beladen, Jetzt wollte sie mit ihren Einkäufen nach Hause fahren. Sie wusste, dass sie zum Einparken eine Riesenlücke benötigte, denn sie wollte unbedingt vorwärts einparken. Doch in ihrer Wohnstraße gab es nur zwei kurze Lücken. Dort wäre sie rückwärts rein gekommen, doch das traute sie sich nicht.  Verzweifelt fuhr sie weiter und weiter. Schließlich fand sie weit entfernt den ersehnten Riesen-Parkplatz, musste dann mit den vielen Einkäufen den harten Rückweg antreten. Sie hoffte, dass der Nachbar sie nicht sehen würde. Zum Glück geschah es nicht.

Die beiden kurzen Parklücken waren immer noch da.

Konfrontieren ist gut
Natürlich üben wir auch das Längseinparken vorwärts. Wir sollten uns aber vor allem in die beängstigende Situation begeben, nämlich das hier behandelte Einparken rückwärts längs üben, in seiner etwaigen Kompliziertheit und Behinderung anderer, weil es halt bei uns ein bisschen langsamer geht/ fährt. Wir setzen uns dem belastenden Druck aus und lernen so, mit unserer Aufregung umzugehen. Das Konfrontieren mit der belastenden Situation ist ein wichtiger Teil der Betreuung. Es entstehen Ängste, es klappt nicht gleich, wir machen Fehler, die Aufregung steigt. Doch wir probieren immer wieder und erlernen dabei die Angstmilderung. Das ist der beste Weg!

Der Wunschtraum aller Angsthäsinnen: Die 90-Grad-Lenkung
Der größte Wunschtraum sind riesengroße Lücken . Der weitere Wunschraum: Alle Räder sind stark lenkbar, bis zu 90 Grad. Dann wäre das Einparken so leicht.   Jetzt ist es so: Die Vorderräder der Pkw sind lenkbar, die Hinterräder nicht. Würde man zusätzlich auch die Hinterräder lenkbar machen, und beide,  Vorder- und Hinterräder, bis zu 90 Grad, also quer zur Fahrtrichtung, lenken können, dann wäre ein Wunschtraum aller Angsthäsinnen erfüllt: Wir stellen uns genau neben die Parklücke, drehen alle Räder nach rechts auf 90 Grad und fahren dann in aller Ruhe nach rechts seitwärts in die Parklücke hinein. Die Parklücke könnte dabei sogar ziemlich klein sein. Gerade mal ein bisschen länger als unser Auto. Bedingung: Alle Autos wären so lenkbar. Wie einfach!  Ein schöner Traum. Aber technisch wäre die 90-Grad-Lenkung wahrscheinlich zu aufwendig.

Nur die Vorderräder sind lenkbar, die Hinterräder nicht
Unsere Autos sind leider nicht so gebaut. Sie sind vorne einigermaßen lenkbar, hinten nicht lenkbar (bis auf ein paar Ausnahmen, Radlader auf dem Bau). Also müssen wir mit dem Kompromiss leben – Vorderräder einigermaßen lenkbar, Hinterräder nicht. So kommen wir auch in die meisten Lücken hinein, aber rückwärts. Das macht die Sache komplizierter, stimmt.

Vorwärts in die enge Lücke einparken – das bringt es nicht
Würden wir vorwärts in eine enge Lücke rein fahren wollen, müssten wir scheitern: Wir kämen zwar mit unseren lenkbaren Vorderrädern rein in die Lücke, bis zum Bordstein. Dort angekommen, mit dem rechten Vorderrad am Bordstein, stehen wir leider mit unserem Wagen schräg in der Lücke. Wir müssten, um den Wagen wieder zu begradigen,  weg lenken, weg vom Bordstein, nach links. Die starren Hinterräder würden im engen Bogen mitlaufen, schließlich stünde der Wagen halb nach links gelenkt, weit weg vom Bordstein, und mit dem Heck immer noch halb aus der Parklücke ragend.  Nicht schön, ein deutliches Hindernis im Verkehr. Weiter voran würde es nicht gehen, da stünde der vordere Wagen im Wege. Wir sind ja in einer engen Parklücke. Und wir wären nicht nur ein Verkehrshindernis. Wir würden beim wieder Herausfahren rückwärts aus der Lücke ganz schlecht nach hinten beobachten können. Also lieber nicht so!
Zum Einparken vorwärts rechts seitlich brauchen wir leider richtig viel Platz, so um 8 bis 10 m.
Große Lücke – vorwärts?
Ist die Lücke richtig groß, dann geht es mit dem vorwärts Einparken schon besser, dennoch läuft es wegen der nicht lenkbaren Hinterachse umständlich. Wir lenken in die Lücke hinein, die Hinterachse läuft im engeren Bogen ein bisschen nach. Zum Ausgleich lenken wir, am Bordstein angekommen, nach links. Dadurch bewegt sich das Auto, wie vorher beschrieben, nach links, weg vom Bordstein. Dahin wollten wir ja eigentlich nicht, sondern nach rechts. Daher lenken wir nun beim weiteren Fahren wieder nach rechts, dann nach links  – das dauert, erfordert viel Platz. Aber schließlich klappt es auch so. Nach einigem Lenken hin und her sind wir tatsächlich neben dem Bordstein. Platzbedarf: 8 – 10 m.

Rückwärts läuft es immer
Rückwärts dagegen kommen wir gut in die enge Lücke. Durch das Rückwärtsfahren schieben wir die störrische, nicht lenkbare Hinterachse im engen Bogen vor uns her, befördern sie durch heftige Schwenks mit der lenkbaren Vorderachse in einem Doppelbogen dorthin, wohin sie soll, nämlich Richtung Bordstein, und schließlich parallel zum Bordstein. Damit und gleichzeitig schwenkt auch die Vorderachse parallel zum Bordstein.
Die heftig schwenkende, rückwärts laufende Vorderachse und die starre, im engen Bogen voraus laufende Hinterachse vollbringen hier beim Rückwärtsfahren ihr großes Werk – rückwärts einzuparken in die enge Lücke.
Ja, und die Angsthäsin am Steuer leitet das große Werk. Glückwunsch!
Diese Art einzuparken verlangt das Zusammenspiel mehrerer Routinen – das langsame Fahren, das rückwärts Fahren und Lenken nach Ziel, das Fahren nach einem bestimmten Plan im Kopf, das ständige Umschauen beim Fahren. Diese Routinen sollten wir in ihrem Zusammenspiel beim Einparken schon gut beherrschen.
Bitte freuen Sie sich auf die Übungen zum Einparken rückwärts. Sie stärken Ihre Kompetenz. Wenn mal ein Fehler passiert – egal, Sie lernen zu korrigieren. Das gehört einfach dazu!

Warum die Aufregung?
Es stimmt, die Abläufe sind beim Einparken rückwärts rechts längs etwas komplizierter. Die Abläufe sollten wir natürlich gut beherrschen. Leider kommen  „hausgemachte“, eigene Angst und Nervosität dazu. Sie behindern und stören den an sich gut zu beherrschenden Vorgang. Dann das arme Menschlein am Steuer die Kompliziertheit des Vorgangs, fürchtet Unvermögen, Aufregung, Durcheinander, im schlimmsten Fall einen Unfall.  Denn in der Aufregung, so die Furcht, könnten wir vielleicht einen Fußgänger übersehen?? Wir sollten daher doppelt lernen: a) Die Abläufe beim Einparken, und b) den Umgang mit unserer Aufregung beim Einparken, das heißt die notwendige Beruhigung. Dann lassen wir uns nicht hetzen, behalten die Ruhe und sehen auch den Fußgänger. Letztlich fahren wir mit der Beruhigung nicht nur besser, sondern auch sicher.

Aufregung mildern, sich beruhigen
Eine Angsthäsin kurz vorm Einparken leidet an heftiger Angst und Aufregung. Sie atmet zu schnell, spürt Herzklopfen, Bein- und Armmuskeln krampfen, die Konzentration ist weg, die Abläufe beim Einparken im Nebel – Blackout! So kann sie nicht einparken, Fehlverhalten droht. Sie fühlt sich von Angstgedanken bedroht („in der Eile übersehe ich etwas, gleich fahre ich einen Fußgänger an“). Wie oder wo sollen wir da anfangen? Natürlich biete ich als anwesender Angsthasenfahrlehrer Schutz, dass nichts passiert. So soll es auch sein. Doch die Angstgedanken stören auch dabei, denn sie flüstern: „Warte, wenn Du mal alleine bist!“ Um all diese Vorgänge wieder besser zu kontrollieren, fangen wir von vorne an – mit der Selbstbeobachtung und der lauten Mitteilung.
Die Angsthäsin lernt natürlich die Abläufe beim Einparken kennen. Was ihre Aufregung und Angst angeht, so sollte sie zuerst lernen, sich selbst zu beobachten und darüber laut Mitteilung zu machen, in Zahlen, die die Höhe der Nervosität ausdrücken: „Ich bin jetzt bei 5!“ Diese Art der Beobachtung ist sehr wertvoll. Denn die Angsthäsin aktiviert damit ihren Verstand, da sie objektiv über ihre Angst spricht. Zweitens wird sie wegen des lauten Sprechens langsamer atmen und sich schon deshalb beruhigen. Und drittens teil sie mir als teilnehmendem Angsthasenfahrlehrer ihren Zustand mit. Wir könnten dann gemeinsam eine Maßnahme beschließen: Beispielsweise aufzuhören mit dem Einparken, auszusteigen und sich ein bisschen zu lockern.
Wir beobachten die Höhe unserer Nervosität. Wir sprechen laut darüber, auf einer Skala von 1 – 10. So steigen wir ein in die Milderung der Angst.

Angstgedanken
Was tun wir nun mit den sehr störenden Angstgedanken („das Einparken ist schwierig, ich übersehe etwas, beschädige das andere Auto, dann schauen mich die anderen böse an. Das nächste Mal übersehe ich womöglich einen Fußgänger!“)?  Die erste Idee wäre, „Stopp!“ zu solchen sehr irritierenden, sehr ablenkenden Gedanken zu sagen oder sie sogar mit Anstrengung aus dem Kopf zu verbannen. Leider hilft die heftige Art, gegen die Angstgedanken vorzugehen, wahrscheinlich wenig. Sie kommen wieder, gerade dann, wenn wir sie sehr hartnäckig los werden wollen. Die Hartnäckigkeit ist hier sozusagen Garant für die Wiederkehr. Ich würde ein Achtsamkeitstraining empfehlen. Dabei lernen wir gerade, alle Gedanken durchfließen zu lassen und uns z.B. auf eine wichtige körperliche Sache, das Atmen, zu konzentrieren. Wir kämpfen nicht an gegen die Angstgedanken, wir lassen sie einfach durchwehen. Eine andere Möglichkeit wäre, in der Bedrängnis durch die Angstgedanken an einen gekonnten Einparkversuch mit Lockerheit und gutem Gefühl zu denken. Solche guten Abläufe sollten wir nicht gleich vergessen, sondern in einer besonderen Schublade im Gehirn für diese Zwecke parat halten. Sind die Angstgedanken immer noch sehr hartnäckig, dann könnte die Angsthäsin ihnen „versprechen“, sich nicht gerade jetzt, aber vielleicht heute Abend genau 15 Min. mit ihnen zu beschäftigen. Wir machen sozusagen einen kleinen Handel. Dafür dürfen sie aber momentan nicht quälen.
Die Angstgedanken sollten wegwehen, Sie dürfen uns nicht quälen und die Konzentration rauben!

Der Ratgeber „Keine Angst mehr hinterm Steuer“
Wir bieten mit unserem Ratgeber „Keine Angst mehr hinterm Steuer“ viele, insgesamt sieben Möglichkeiten an, Angst und Aufregung zu mildern. Es geht von den heftigen, blockierenden Symptomen, über belastende Angstgedanken bis zum Fehlverhalten infolge der Aufregung. Sie lernen vor allem, zu Anfang sich selbst zu beobachten, den Stand Ihrer Nervosität einzuschätzen und Ihrem Angsthasenfahrlehrer laut mitzuteilen. Beachten Sie, dass wir bei den nötigen Schritten zum Einparken immer auch auf Pausen verweisen. Wir empfehlen diese dringend. Hier sollten Sie sich beruhigen, bewusst atmen, ein bisschen um sich schauen, laut über Ihre weiteren Pläne sprechen.

„Ich möchte nur in ganz kleinen Lücken üben!“
Eine Angsthäsin mit Angst vor dem Einparken  fordert von mir, die Parkübungen gleich mit sehr kleinen Lücken zu beginnen. Sie hätte ihren vorigen Fahrlehrer verlassen, weil dieser zuerst mit großen Lücken begonnen habe. Ich muss schmunzeln und weise darauf hin, dass ich genauso verfahre. Ich beginne grundsätzlich mit großen Lücken. Hoffentlich bleibe sie dennoch bei mir.
Mit der Belastung dürfen wir es nicht übertreiben. Viele Angsthäsinnen wissen um ihre Schwäche und fordern nun gleich zu Anfang, in möglichst kurze Lücken hinein zu parken. Dies wird aber bei den nur halbwegs Geübten nicht klappen, mit Enttäuschung oder gar Frustration enden. Am  Schluss steigen vielleicht die Ängste und Selbstzweifel. Als Angsthasenfahrlehrer rate ich vor derlei überzogenen Ansprüchen an sich selbst ab. Ich helfe, die notwendige Balance herzustellen, zwischen Belastung und Entspannung, so dass die Stunden mit einem guten Ergebnis enden. Zu Anfang empfehle ich immer, Lücken zu suchen mit einer Länge von ca. 6 m, also 1 1/2 Autolängen.
Wieder andere sind die Einschätzung der nötigen Räume überhaupt nicht gewohnt. Regelmäßig  geht die Schätzung komplett daneben, werden statt der eigentlich nötigen 6 m Werte um ca. 4 m gewählt. Um dabei sicherer zu werden, empfehle ich dringend, die entsprechende Aufgabe am Schluss des Beitrags zu üben. Auch das Einschätzen der Räume kann und sollte man lernen!
Kein falscher, überzogener Ehrgeiz! Sonst steigen wieder Angst und Nervosität. Wir gehen in neue, heraus fordernde Situationen hinein – aber nur soweit, dass wir sie lösen können. 

Mit Fehlern umgehen
Viele Betroffene sind beinahe am Boden zerstört, wenn sie beim Einparken „nicht gleich“ in die Lücke hinein kommen. Sie verzweifeln an sich, fürchten auch für später möglichen Druck oder hämische Blicke anderer. Dies ist ein willkommener Anlass, gerade mit Fehlern und zerstörerischen Gedanken umzugehen, sich auf Fehler einzulassen und ganz bewusst auch Fehlstellungen beim Einparken zu suchen. Ja, wir parken bewusst falsch ein, drehen das Lenkrad verkehrt oder gar nicht, so dass sich unmögliche Falschstellungen ergeben. Und nun wird nicht geschimpft und gejammert, sondern mit Eifer auf die richtige Parkstellung hin korrigiert. Der Lohn der Mühe, Fehler zu korrigieren: Wir werden gleichmütiger, Fehler gehören halt irgendwie mit dazu. Und die Ängste in einem der entscheidenden Punkte  werden milder.
Für mich gehört das ganz bewusste Training „Falscheinparken“ und Üben der anschließenden Korrektur zum ganz normalen Programm. Ja, den meisten macht das Verbessern der Fehlstellung am Schluss sogar Spaß.
Lernen Sie, Fehler und das Verbessern der Fehler zu lieben. Damit verlieren Sie einen Großteil der Angst. Schließlich finden Sie sogar Freude an der Fehlerkorrektur!

Assistenzsysteme können beim Einparken helfen
Ein kurzes Kapitel möchte ich den elektronischen Assistenzsystemen widmen. Denn sie können Ihnen beim Einparken helfen. Schon bei der Suche eines geeigneten Parkplatzes bis zur eigentlichen Fahrt in Parklücke hinein. Viele Angsthäsinnen lehnen diese Systeme ab, sie wollen das Parken oder anderes Verhalten im Straßenverkehr allein entscheiden und selbst ausführen. Das kann ich verstehen. Die Verantwortung bleibt immer noch bei Ihnen. Es ist grundsätzlich besser, den Durchblick zu haben. Dennoch werden diese Systeme immer sicherer. Dann ist es sogar besser, die Ausführung eines schwierigen Vorgangs dem System zu überlassen. Ein Beispiel: Früher übten wir bei der Fahrschulausbildung noch mühsam das sogenannte „Stotterbremsen“ bei glatter Fahrbahn und Gefahr. Das war angesichts menschlicher Möglichkeiten primitiv und brachte nicht viel. Heute hilft uns das ABS-System viel besser (ABS = Anti-Blockier-System). Also lassen Sie sich doch darauf ein, einen Teil dieser Systeme kennen zu lernen.

Ablaufschema, sechs Schritte sollst Du tun
Sie gelangen in sechs Schritten in die rechts hinter Ihnen befindliche Parklücke.  Zu Beginn eines jeden Schrittes steht das sehr wichtige Schauen, = rundum Schauen. Auch während der langsamen Weiterfahrt nach hinten sollten Sie immer wieder wieder um sich herum schauen, meistens seitlich oder nach hinten.  Für all die folgenden Schritte sind Routinen/ schematisierte Handlungsabfolgen notwendig, um schließlich in die Lücke zu kommen. Die Routinen verknüpfen sich im Idealfall zu einem gekonnten Zusammenspiel. Beispiel: Langsames Rückwärtsfahren in die Lücke hinein + zielsicheres Lenken + Beobachten der Umgebung bei der Rückwärtsfahrt.  Bei dem gleich folgenden kurzen Überblick benenne ich nur die Routinen und nötigen Abläufe. Beim ausführlichen Überblick im dritten Kapitel erkläre ich bei jedem neuen Schritt den Sinn dieser folgenden Routinen. Dies wird auch durch Bilder und Bildunterschriften erklärt. Zum Schluss eines jeden Schrittes wird auf das Einhalten einer kurzen Pause hingewiesen, zur Milderung der Nervosität, zur Beruhigung  und zur Erholung.
Fahren Sie bewusst langsam in die Lücke, machen Sie öfter Pause. Das wird Ihren Verstand und die Umsicht befördern und Ihnen gut tun.

Pause einhalten – wenn es sein muss jederzeit
Das Einhalten einer Pause sollte nach jeder Etappe beim Vorgang des Einparkens erfolgen. Wenn die Betroffene aber in nervliche Not gerät, dann kann sofort Schluss gemacht und eine Pause eingelegt werden. Dazu gehört auch, einen Verbrennungsmotor auszuschalten. Die Beruhigung und Wiederherstellung der Fahrfähigkeiten hat immer Vorrang vor dem Weiterfahren!

„Was mach‘ ich denn, wenn keine zwei Autos da stehen?“
Zum Schluss noch etwas Nettes: Eine schöne Lücke zwischen zwei Autos. Die Angsthäsin parkt ein, es klappt mit einigem Hin und Her, was völlig normal ist. Sie ist stolz auf das Ergebnis. Ich lobe sie und freue mich für sie. Doch plötzlich kommen ihr Bedenken: „Was mach‘ ich denn, wenn keine zwei Autos da stehen?“ Ich bin verblüfft, muss lachen, bitte sie, nachzudenken. Vielleicht, so meine Überlegung, könnte Sie Ihre Freunde bitten, vorher ihre Autos da genau fürs Einparken aufzustellen?? Da muss sie selbst lachen.

Und nun geht’s los: Die sechs Schritte beim Längseinparken in Kurzfassung

2. Einparken rückwärts rechts längs zum Bordstein –
kurzer Überblick über den Ablauf in sechs Etappen

Die folgenden Zeilen sind nur ein kurzer Überblick, zur ersten Orientierung. Sie erfahren hier, wie Sie in sechs Etappen rückwärts rechts in eine Parklücke längs zum Bordstein einparken können. Denken Sie daran: Wenn Sie den Ablauf ausführlich lesen wollen, mit Bildern zu den einzelnen Etappen beim Einparken, dann schauen Sie sich das nächste Kapitel Nr. 3 an.

Notwendige Routinen in ihrer Verknüpfung = Grundlage für das Einparken:

  • Sicheres Schauen, Abstände einschätzen, Verkehr beobachten
  • Sehr langsames Fahren, vorwärts und rückwärts
  • Vorwärts und rückwärts fahren und lenken nach Ziel
  • Einen Plan der richtigen Fahrlinie im Kopf haben und diesen richtig umsetzen, so dass sie Zug um Zug in die Lücke hinein fahren. Die Zeichnung nachher zeigt die richtige Fahrlinie in Grün und die wichtigen Etappen 3., 4. und 5.
  • Beruhigen Sie sich bei allen Etappen. Halten Sie nach jeder Etappe ein Pause ein, atmen Sie ruhig, beobachten Sie Ihre Umgebung. Sprechen Sie laut über den Stand Ihrer Nervosität, planen Sie laut, wie es weiter geht. Ist die Aufregung zu groß, ziehen Sie die Handbremse, schalten Sie den Motor aus. Jetzt können Sie aussteigen, sich entspannen und auf Ihre Gedanken achten.
  1. Vorbereitung, Parkplatz suchen, neben dem vorderen Auto anhalten 
    Beginn des Parkvorgangs. Eventuell müssen Sie dabei jemanden behindern, daher frühzeitig schauen, blinken und langsamer fahren!
    Schauen, bremsen, rechts blinken, langsam fahren, eine geeignete Parklücke suchen (6 m, = ca. 1 1/2 Pkw-Länge). Kommt eine Lücke in Sicht, noch langsamer fahren, Seitenabstand zu dem Auto rechts ein knapper Meter. Anhalten. Pause.
    Nun sollte die Feinabstimmung erfolgen, mit Hilfe der einander zugewandten Außenspiegel. Ihr Auto sollte auf einer Höhe, Spiegel an Spiegel, zu dem anderen Auto stehen. Dazu fahren Sie, je nach Lage der Spiegel, sehr langsam, vorwärts oder rückwärts, bis sich Ihr rechter Außenspiegel auf einer Höhe mit dem linken Außenspiegel des anderen Autos neben Ihnen befindet. Anhalten. Pause, ruhig atmen, ein bisschen schauen.
  2. Unseren Wagen gegenüber dem anderen  Wagen zurück versetzen
    Noch ein bisschen zurück fahren, damit wir bei den weiteren Manövern nicht zu nah am vorderen Wagen vorbei fahren müssen.
    Schauen, rechts blinken, langsam geradeaus rückwärts fahren. Im Seitenfenster hinten rechts beobachten, bis dort das Heck (das Wagenende) des anderen Pkw auftaucht. Das Heck sollte sich in der Mitte des Seitenfensters hinten rechts befinden. Ungefähr auch, wo das rechte Hinterrad ist. Dadurch überragen wir den rechts stehenden Wagen ein wenig nach hinten. Anhalten. Pause, lächeln, sich freuen, entspannen.
    Anmerkung: Wenn der rechts stehende Pkw eher kurz ist, brauchen wir nicht mehr weiter zurück zu fahren.
  3. Nach rückwärts rechts schwenken, auf die beiden Scheinwerfer des hinteren Autos achten
    Hier beginnt die eigentliche Hineinfahrt in die Parklücke, mit einem kräftigen Schwenk nach hinten rechts. Diesen und die folgenden Vorgänge 3., 4. und 5. illustriert die unten stehende Zeichnung mit der grünen Fahrlinie.

    Einparken rückwärts längs Abschnitte 3., 4. und 5.
    Einparken rückwärts längs Abschnitte 3., 4. und 5.

    Schauen, vor allem auch nach links hinten aber auch überall hin, rechts blinken. Rückwärts fahren. Dabei das Lenkrad scharf nach rechts drehen, bis zum Anschlag, und in die Parklücke hinein schwenken. Im linken Außenspiegel den hinteren Pkw beobachte – bis seine beiden Scheinwerfer voll, d.h. in der Mitte, in unserem linken Außenspiegel zu sehen sind.  Anhalten. Pause. Ruhig atmen, ein bisschen sprechen „ich bin ruhig, weiß, wie es weiter geht.“
    Anmerkung: Ist der die Parklücke sehr groß, weit über 6 m, dann sollten die beiden Scheinwerfer in unserem linken Außenspiegel nicht in der Mitte, sondern ganz links zu sehen sein.

  4. Ein Stück weit gerade und schräg nach schief, in die Lücke fahren
    Aus der Schrägstellung fahren wir nun gerade weiter, um noch mehr vom vorderen Wagen entfernt zu sein und uns dem Bordstein zu nähern.

    Schauen. Fahren Sie langsam weiter und drehen Sie das Lenkrad wieder zurück auf die Gerade-Stellung. Das sind etwa 1 1/2 Umdrehungen nach links. Sie sehen das Logo des Herstellers in der Mitte des Lenkrades zum Schluss der Drehung aufrecht stehen. Fahren Sie langsam weiter, bis das linke Rücklicht des vorderen Pkw gleichauf steht mit Ihrer Umweltplakette rechts unten in der Frontscheibe Ihres Pkw. Anhalten. Pause. Atmen Sie ruhig. Kommen schlechte Gedanken („das ist viel zu kompliziert, ich verliere die Kontrolle!“) kurz entspannen, die Gedanken durchziehen lassen.
  5. Nach links schwenken, sich dem Bordstein nähern, gerade ziehen
    Zum Schluss des eigentlichen Einparkens kommt ein scharfer Linksschwenk, Richtung Bordstein. Sie fahren dabei ein kleines Stückchen Kreis, nach links, nähern sich so mit der rechten Seite Ihres Pkw immer mehr dem Bordstein. 
    Schauen. Fahren Sie langsam weiter, drehen Sie das Lenkrad scharf nach links, aus der Geradestellung 1 1/2 Umdrehungen nach links. Ihr Wagen muss mit seinem Heck (dem Wagenende) nach links ziehen, um sich dem Bordstein rechts von Ihnen  langsam anzugleichen. Wenn Sie immer wieder nach hinten schauen, werden Sie dies begreifen. Bei vielen Wagen gibt es eine Stellung beim Schaltknopf der Spiegeleinstellung, bei der der rechte Außenspiegel beim Einlegen des Rückwärtsganges nach unten schwenkt. Dadurch sehen Sie den Bordstein besser. Sind Sie soweit, dann drehen Sie das Lenkrad wieder 1 1/2 Umdrehung zurück nach rechts auf Geradeaus-Fahrt rückwärts. Bitte beachten Sie den nötigen Abstand zum hinteren Auto. Solange Sie dessen Motorhaube in Ihrem Rückfenster noch teilweise sehen können, stimmt der Mindestabstand. Anhalten. Pause. Längere Pause. Atmen und lächeln Sie. Freuen Sie sich, Sie sind bald soweit, haben es gleich geschafft.
  6. Schlussetappe – nach vorne ziehen, etwas Abstand zum Bordstein lassen
    Nun sind wir in der Schlussetappe, die gar nicht so schwer ist. Es ist ein bisschen so wie vorwärts rechts einparken. Sie schließen zum vorderen Wagen auf, nähern sich eventuell noch ein wenig dem Bordstein rechts. 
    Beobachten Sie den Bordstein in Ihrem rechten Außenspiegel, ob Sie noch zu viel Abstand haben. Unter 30 cm wäre gut. Dann legen Sie den ersten Gang ein, fahren los, drehen das Lenkrad nach rechts, falls dort noch Platz zum Bordstein. Anschließend aber wieder mehr nach links und wieder gerade aus drehen, damit der Wagen parallel zum Bordstein fährt. Zum vorderen Wagen aufschließen, nicht zu nah, sonst kommen Sie oder der andere Fahrer womöglich nicht mehr raus aus der Lücke. Am besten, wenn Sie dessen Kennzeichen unten noch sehen können. Anhalten. Große Pause. Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Große Pause. Die Pause haben Sie sich verdient.
    Wenn Sie den Wagen verlassen wollen: Sichern Sie diesen gegen Wegrollen. Die Scheiben hochfahren. Beim Aussteigen vorsichtig sein, auf Radfahrer achten! Anschließend von außen die Türen verriegeln.

Und nun lesen Sie im dritten Kapitel dieses Beitrags eine ausführliche Darstellung des Längseinparkens, wieder in sieben Schritten, begründet und mit Bildern erklärt: 

3.  Ausführliche Erklärung des Längseinparkens mit Bildern und den nötigen Schritten zur Entspannung

Vorbereitung, Parkplatz suchen

  1. Sie brauchen einen angenehm großen Parkplatz, in den Sie in Ruhe, unter Beachtung von Sicherheitsabständen und „schräg nach schief“ einfahren können. Dieser sollte deutlich länger als Ihr eigenes Auto sein. Empfehlung. Ca. 6 m. Um die Größe des Parkplatzes richtig einschätzen zu lernen, verweise ich auf die Aufgaben am Schluss des Beitrags.

    Parkplatzlänge richtig einschätzen
    Parkplatzlänge richtig einschätzen: Die Länge des blauen Wagens beträgt ca. 4 m. Um „schräg nach schief“ in die Lücke einzufahren und zusätzlich Sicherheitsabstand zu haben, brauchen wir vorne und hinten „Luft“, etwa je einen Meter. Versuchen Sie im Bild mal selbst einzuschätzen: Entspricht die Gesamtlänge dieser Parklücke wirklich 6 m?

Ablauf: In die Spiegel schauen, vorsichtig bremsen, rechts blinken, eine Lücke suchen. Parkplatzlänge richtig einschätzen, am Beispiel einer gewöhnlichen Parksituation: Diese sollte ungefähr 1 1/2 mal so groß sein wie unser Auto,. Ist unser Auto wie oben  4 m lang , also etwa Standard, dann  kommen wir auf die benötigte Länge der Parklücke von ca. 6 m. Hier im Bild hat der Autofahrer allerdings eine Lücke mit etwas weniger als 6 m gewählt, für Anfänger:innen schon etwas knapp.  Wir brauchen vorne  und hinten je etwa einen Meter „Luft“. Denn wir fahren „schräg nach schief“, mit dem Heck des Wagens zuerst, in die Lücke hinein. Dazu kommen noch Sicherheitsabstände. Für das Einschätzen der Lücke müssen Sie langsam fahren und noch langsamer fahren. Und womöglich andere hinter Ihnen behindern. Tief atmen, laut sprechen. Beispiel: „Ich bin nervös, ich beruhige mich, atme ruhig.“ Erst, wenn Sie den Parkplatz aus der Nähe sehen, können Sie ihn auch richtig einschätzen. Wenn Sie eine geeignete Lücke gefunden haben, wieder schauen, noch langsamer fahren. Achten Sie auf einen seitlichen Abstand zum vorderen Pkw von ungefähr einem knappen Meter. Anhalten, ungefähr neben dem vorderen Pkw. Pause.
Hoher Platzbedarf, ca. 6 m
Die meisten Anfänger/innen unterschätzen den nötigen Platzbedarf bei dieser Art einzuparken. Es reicht leider nicht, eine Lücke zu wählen, die „ein bisschen“ länger ist als ein normal großer Pkw, also nur ein bisschen mehr als 4 Meter. ‚Wir fahren ja nicht, wie vorher geschildert, einfach quer hinein in die Lücke. Das gibt unsere Lenkung nicht her. Es bleibt uns nur, die nicht lenkbare Hinterachse durch heftige Schwenks der Vorderachse voraus und „schräg nach schief“ in die Lücke zu bugsieren. Die Hinterachse hilft dabei, weil sie im engen Bogen mitläuft. Die Schrägfahrt in die Lücke hinein erfordert aber Platz. Dazu kommen noch nötige Sicherheitsabstände. Damit Sie beim Einschätzen der nötigen Lücken kompetenter werden, üben Sie bitte die am Schluss des Beitrags aufgeführte Aufgabe.

Halten, Abgleich zum nebenstehenden Pkw, Spiegel an Spiegel stehen

  1. Das Einschätzen der Parklücke bindet viel Aufmerksamkeit. Daher ist es schon möglich, dass Sie nicht ganz korrekt neben dem vorderen Pkw stehen. Meistens stehen Sie nach dem ersten Halten zu weit vorne.
    Ablauf: Wenn Sie schon vornherein auf Höhe der beiden Außenspiegel stehen, ist es gut. Ansonsten müssen Sie ein wenig zurück fahren, auf Höhe Spiegel an Spiegel neben dem vorderen Pkw. Pause. Entspannen Sie sich, freuen Sie sich, Sie haben eine schöne Parklücke gefunden. 
  2. Ihren Wagen zurück versetzen
    Sie sollen in dieser Etappe Ihren Wagen schlicht und einfach ein bisschen zurück versetzen, parallel zum neben Ihnen stehenden Wagen. Der Sinn dieser Etappe ist es, hinterher, beim folgenden Schwenken, etwas mehr Abstand zum Heck des neben Ihnen stehenden Wagens zu gewinnen. Ihr Wagen soll hinten über den anderen Wagen rechts von Ihnen hinaus ragen. Damit gelingen die folgenden Schwenks, zuerst nach rechts, später nach links, besser und sicherer. Denn Sie kommen nicht in die Nähe des vorderen Wagens.
    Ablauf: Schauen, ob um Sie herum frei ist. Langsam rückwärts fahren, bis sich das Heck (das Hinterteil) des neben Ihnen geparkten Pkw in Ihrem hinteren rechten Seitenfenster

    Der vordere Wagen rechts neben Ihnen ist beim Rückwärtsfahren mit seinem Heck in Ihrem Seitenfenster hinten rechts gelandet. So wie hier ragt Ihr Wagen hinten ein bisschen über den roten Wagen hinaus. Damit kommen Sie gut in die Lücke.
    Unseren Wagen etwas nach rückwärts versetzen: Der vordere Wagen rechts neben Ihnen ist beim Rückwärtsfahren mit seinem Heck in Ihrem Seitenfenster hinten rechts gelandet. So wie hier ragt Ihr Wagen hinten ein bisschen über den roten Wagen hinaus. Damit kommen Sie gut in die Lücke hinein. Ab jetzt drehen Sie, wenn alles frei ist, bei der weiteren Rückwärtsfahrt energisch nach rechts in die Lücke hinein. Anmerkung: Wenn der Wagen neben Ihnen sehr kurz ist, brauchen Sie nicht mehr rückwärts zu fahren.

    rechts befindet. Pause. Je weiter Sie rückwärts fahren, umso mehr nähert sich das Heck des anderen Pkw dem vorderen Teil Ihres hinteren Seitenfensters. Ihr Wagen ragt dann ein wenig rückwärts über den anderen Wagen hinaus. So soll es sein. Sie kommen dann besser in die Lücke hinein. Pause. Sie können sich kurz entspannen, Sie haben bis jetzt alles richtig gemacht. 

  3. Nach rückwärts rechts schwenken
    Hier beginnt Ihr erster tatsächlicher Fahrzug hinein in die Lücke, durch einen kräftigen Schwenk nach rechts. Lücke. Wir wollen aber den Schwenk nach rechts begrenzen, dass Sie mit Ihrem Wagen nicht allzu steil auf den Bordstein zu laufen. Daher ist das Ende dieser Etappe erreicht, wenn in Ihrem linken Außenspiegel der hintere Wagen auftaucht und mit beiden Scheinwerfern mitten im linken Außenspiegel zu sehen ist.

    Einparken längs rückwärts, 4. Etappe. Scheinwerfer des hinteren Wagens in Sicht im linken Außenspiegel. Etwa jetzt wieder kurz Pause machen.
    4. Etappe. Scheinwerfer des hinteren Wagens in Sicht im linken Außenspiegel: Fahren Sie rückwärts rechts, dann sehen Sie die Scheinwerfer des hinteren Autos zuerst rechts im Innenspiegel auftauchen. Dann wandern diese bei der Weiterfahrt mehr zur Mitte. Dort sind Sie richtig, das ist Ihr Ziel. Nur wenn das hintere Auto weiter entfernt ist, dann sollten die Scheinwerfer noch weiter nach links im linken Außenspiegel wandern. 

    Ablauf: Weiter rechts blinken. Wieder umschauen. Achten Sie auch auf Verkehr von links hinten. Sehr langsam weiter rückwärts fahren, dabei das Lenkrad kräftig nach rechts drehen, bis zum Anschlag (= 1 1/2 Umdrehungen). Ihr Wagen schwenkt dabei nach rückwärts rechts ein, dahin, wohin Sie gelenkt haben. Beobachten Sie dabei auch Ihren linken Außenspiegel. Der hinten geparkte Wagen kommt bei der Rückwärtsfahrt nach rechts immer mehr in Sicht in Ihrem linken Außenspiegel. Sehen Sie dort die beiden Scheinwerfer des hinteren Wagens, halten Sie an. Pause. Wenn Sie sich angestrengt fühlen, ruhig mal den Motor ausmachen, ein paar Mal tief atmen, sich umschauen. Vielleicht auch Fenster auf, frische Luft ziehen.
    Anmerkung: Ein Sonderfall. Der hintere Wagen steht weit zurück, viel mehr als die geforderte Länge des Parkplatzes von 6 m. Beispielsweise 7 oder 8 m. Dann sollten Sie die Scheinwerfer des hinter hinteren Wagens im Außenspiegel nicht mittig, sondern mehr nach links außen kommen lassen. Woher kommt das? Wenn der hintere Wagen soweit weg steht, erscheint er früher im Außenspiegel. 

  4. Ein Stück weit gerade, schräg nach schief, in die Lücke fahren
    Sinn! Wieder umschauen. Nun fahren Sie sehr langsam weiter zurück, lenken dabei das Lenkrad zurück  nach links auf Stellung geradeaus. Das sind ungefähr wieder 1 1/2 Umdrehungen, nach links. Sie fahren gerade, sehen das Logo des Herstellers aufrecht in der Mitte des Lenkrades. Fahren Sie langsam weiter zurück, schräg nach schief, aber gerade. Bis Ihre Umweltplakette rechts unten in der Frontscheibe das rote Rücklicht des vorderen Wagens überdeckt. Halten Sie an. Pause
  5. Nach links schwenken, in Richtung Bordstein, und parallel  zum Bordstein
    Sinn! Wieder umschauen. Vorsichtig weiterfahren, dabei das Lenkrad scharf nach links drehen. Dabei dreht sich Ihr Wagen in einem Viertelkreis nach links, fährt Richtung Bordstein, anschließend immer mehr parallel zum Bordstein. Sind Sie soweit, noch ein bisschen zurück fahren, dabei das Lenkrad 1  1/2 Umdrehungen nach rechts drehen, wieder in Stellung gerade aus. Schauen Sie rundum, vor allem auch nach hinten. Denn Sie nähern sich immer mehr dem hinteren Auto. Wenn Sie dessen Motorhaube nur noch zu einem Drittel sehen, ist Vorsicht geboten beim weiteren Rückwärtsfahren. Halten Sie besser an. Achten Sie auf den Abstandspiepser, oder auch auf das Display der Rückfahrkamera. Im Zweifel steigen Sie lieber aus, schauen Sie direkt nach. Pause
    Sie haben die Hauptsache geschafft, ruhen Sie sich kurz aus. 
  6. Schlussetappe – nach vorne ziehen, den nötigen Abstand zum Bordstein einhalten
    Sinn, nach vorne nach hinten? Überprüfen Sie Ihren Abstand und Ihre parallele Stellung zum Bordstein rechts. Bei vielen modernen Wagen geht das durch eine besondere Schaltung des rechten Außenspiegels, sobald Sie den Rückwärtsgang eingelegt haben. Der rechte Außenspiegel senkt sich dadurch etwas nach unten und erlaubt so eine bequeme Sicht nach hinten unten Richtung Bordstein und Abstand zum Bordstein. Wenn Sie die automatische Neigung des rechten Außenspiegels in Ihrem Auto nicht haben, aber den rechten Außenspiegel wenigstens durch Knopfbedienung elektrisch absenken können, dann tun Sie das. Sollten Sie Sie nur eine mechanische Verstellung des Außenspiegels vorfinden, dann müssen Sie sich weit nach rechts herüber beugen, um den rechten Außenspiegel nach unten zu stellen. Das wird nicht genau gehen. Oder steigen Sie einfach aus und schauen direkt nach. Etwas umständlich, aber sehr informativ.
    Und nun korrigieren Sie den Wagen für seine Endstellung: Fahren Sie im Idealfall noch ein bisschen nach rechts vorne dann gerade aus. Soweit, dass Sie das Kennzeichen des vorderen Wagens noch sehen. Dann halten Sie an, ziehen Sie die Handbremse, oder legen Sie den ersten Gang ein; bei Automatik die Stellung des Wählhebels P. Geschafft. Große Pause. Freuen Sie sich. 


S

„Ich möchte auf einmal in die Parklücke rein kommen. Meinetwegen langsam, aber sofort, ohne Fehler, ohne zu korrigieren und hin und her zu fahren.“
„Beim Einparken tue ich mich schwer. Ich fühle mich unter Druck, fürchte, ich schaffe es nicht. Oder, noch schlimmer, ich übersehe etwas.“
(Angsthäsinnen kurz vor der Einpark-Übung.)

Einparken rückwärts rechts, längs zum Bordstein: Abläufe kennen lernen, sich beruhigen weiterlesen