Angst vor dem Einparken? Einparken ruhig, gekonnt und sicher

Anmerkung: Der Beitrag ist noch nicht fertig. Er enthält dennoch wertvolle Infos über das Einparken. Im Eingangskapitel geht es vor allem um das Einparken rückwärts rechts längs.

Einparken rückwärts längs zum Rand der Fahrbahn. Die grün gepunktete Linie ist die Fahrlinie
Beitragsbild: Einparken rückwärts rechts längs. Der Pkw mit dem gelben Punkt soll eingeparkt werden. Fahrlinie grün gepunktet. Über den genauen Ablauf des Einparkens und die Möglichkeiten, sich dabei zu beruhigen, die Angst zu mildern, lesen Sie bitte in diesem Beitrag das Kapitel  2.  Einparken rückwärts rechts längs.

„Ich möchte auf einmal in die Parklücke rein kommen. Meinetwegen langsam, aber gleich. Ohne hin und her zu fahren.“

Einparken – ruhig, gekonnt und sicher

Hier bekommen Sie Tipps für das ruhige, gekonnte und sichere Einparken.  Diese drei Eigenschaftswörtchen sind wichtig:

    • Ruhiges Einparken heißt, Einparken ohne Angst, Nervosität, Hektik, mit Gelassenheit und eher langsam, mit kleinen Pausen zwischendurch, um sich zu vergewissern, ob alles in Ordnung ist. Sie beobachten Ihre innere Verfasstheit, achten auf sich, können die nötigen Gegenmaßnahmen einleiten, wenn es mal innerlich brenzlig wird. Solange Sie die nervliche Kontrolle behalten, werden Sie beim Einparken erfolgreich sein.
    • Gekonntes Einparken heißt, Sie schätzen die Lücke ein, Sie beherrschen die nötigen Routinen, fahren langsam genug, haben die Fahrlinie im Kopf (s. Bild oben, grün markiert), wissen, wohin Sie zu lenken haben, beobachten gut, schätzen die Räume richtig ein.
    • Sicheres Einparken heißt, Sie fahren ruhig und vorsichtig,  beobachten umfassend Hindernisse und Verkehrsteilnehmer, achten auf Verkehrssicherheit.

Inhalt

  1. Konfrontieren Sie sich mit der Angst.
    Nützliche Hinweise zum Beitrag Einparken
  2. Einparken rückwärts rechts längs
  3. Einparken vorwärts rechts längs
  4. Einparken rückwärts rechts quer
  5. Einparken rückwärts links quer
  6. Einparken vorwärts rechts quer
  7. Zusammenfassung
  8. Aufgaben
  9. Nützliche Links

1. Konfrontieren Sie sich mit der Angst.
Nützliche Hinweise zum Thema Einparken

Der Sinn des Beitrags
Viele Angsthäsinnen klagen über Schwierigkeiten beim Einparken. Sie finden den Vorgang schon kompliziert genug, durch die anderen Autos in die Lücke zu finden, den Kopf überall zu haben, etwas zu übersehen, womöglich dabei Schaden anzurichten. Sie fürchten Druck durch andere Autofahrer, so dass Hektik aufkommt, Übersicht und Kontrolle verloren gehen.  Insgesamt schätzen sie ihre Fähigkeiten beim Einparken eher als gering ein. Daher stimmt es einerseits, dass das Einparken für sie schwierig ist.

Mit Feuereifer beim Einparken
Andererseits sind sie beim praktischen Training mit Feuereifer bei der Sache, möchten das Einparken von Grund auf wieder lernen, dazu die jeweils nötige Kontrolle über Angst und Nervosität. Das finde ich als Angsthasenfahrlehrer wieder schön. Das ist doch eine Haltung, mit der sich erfolgreich weiter arbeiten lässt! Der Beitrag hier kann Sie dabei unterstützen. Sie erhalten einen Überblick über die Abläufe beim Parken. Und Sie erfahren, wie Sie sich bei jeder einzelnen Etappe im Parkvorgang  beruhigen und Kontrolle verschaffen können.

Beginn mit dem Schwierigen: Rückwärts rechts längs einparken
Im Bildbeispiel oben sehen Sie in einer Schemazeichnung das Einparken rückwärts rechts, dazu längs, parallel oder seitlich zum Bordstein. Ich kürze in Zukunft ab „Einparken rückwärts rechts längs“. Mit dieser Art einzuparken beginne ich den Beitrag. Denn so müssen Sie im Stadtverkehr oft einparken, wenn Sie auch kürzere Parklücken ausnützen wollen. Diesen Vorgang sollten Sie  gut beherrschen. Ich weiß aus vielen Erzählungen, dass Angsthäsinnen diesen Parkvorgang geradezu meiden, weil er als „schwierig“ gilt.  Und weil sie überdies noch fürchten, durch einen Drängler unter Druck zu geraten, in Hektik und Nervosität etwas zu übersehen, womöglich einen Unfall zu verschulden. Wir sollten gerade aus diesen Gründen das Schwierige und Nerven Anspannende versuchen. Das wird Ihnen gut tun! Mit einem Fremdwort nennen wir das „Konfrontation“, zu lernen, mit der belastenden Situation umzugehen.

Konfrontieren Sie sich mit Ihrer Angst
Sie sollten beim Parkvorgang zwei Dinge üben: Das Einparken rückwärts rechts längs; und den Umgang mit Ihrer Angst, wenn ein anderer Fahrer hinter Ihnen auftaucht, und Sie in der Hektik nervös werden und die Kontrolle womöglich verloren geht. 

Unglaublich viele Arten, einzuparken
Ich werde hier im Beitrag nicht nur das Einparken rückwärts rechts längs behandeln. Sondern auch weitere Arten einzuparken, die in der Praxis  wichtig sind, oder auch den Angsthäsinnen wichtig. Hier die Übersicht:

  • Einparken rückwärts rechts längs
  • Einparken vorwärts rechts längs
  • Einparken rückwärts rechts quer (so wie auf dem Parkplatz eines Supermarktes)
  • Einparken vorwärts rechts quer
  • Einparken rückwärts links quer

Alle Arten, einzuparken, kann und will ich nicht behandeln. Das würde zu weit führen. Wer die gerade erwähnten kann, wird sich auch  mal an andere Möglichkeiten heran trauen.

Ich mache einen Fehler – na und? 
Nochmal zum Thema „Konfrontation“:  Ich komme auf  das Eingangszitat über der Überschrift zu diesem Beitrag zurück: „Ich möchte auf einmal in die Parklücke rein kommen. Meinetwegen langsam, aber gleich richtig. Ohne hin und her zu fahren.“ Diese Angsthäsin spricht mit ihrer Äußerung für viele andere: Sie möchten beim Einparken „gleich“ in die Lücke kommen, ohne „hin und her zu fahren“. d.h. ohne zu korrigieren. Korrigieren bedeutet, einen „Fehler“ gemacht zu haben und diesen zu verbessern. Offensichtlich „schämen sich diese Angsthäsinnen davor, quasi öffentlich vor allen anderen diesen „Fehler“ gemacht zu haben und korrigieren zu müssen.

Korrigieren – ein Fehler??
Demzufolge müssten sich täglich tausende von Autofahrern beim Einparken „schämen“, die nicht „gleich“ in die Lücke kommen und den „Fehler“ korrigieren müssen. Dieser Vorgang ist beinahe normal. So sollten Sie darüber denken. Und wieder kommen wir auf die Konfrontation mit der Angst zu sprechen: Wir fahren beim Einparken ganz bewusst auch in „Fehlerstellungen“ beim Parken hinein, um diese dann in aller Ruhe wieder zu beheben. Ich nenne diese Übungen „Fehlerkorrektur-Training.

Ich korrigiere gern
Sie lernen, bei einem „Fehler“ gelassen zu bleiben. Sie können ihn ja wieder korrigieren. Alles kein großer Aufwand. 

Die Routinen fürs Einparken beherrschen
Voraussetzung für das Einparken sind einige Routinen, die ich im vorigen Beitrag beschrieben habe. Routinen sind automatisierte Handlungsabläufe, die Ihnen bei der Autobedienung sehr helfen. Beispielsweise für Routinen beim Einparken:

  • Wie fahre ich sehr langsam?
  • Wie und wohin sollte ich lenken?
  • Welche Fahrlinie brauche ich bei einer bestimmten Parklücke?
  • Wie beobachte ich richtig?

Bitte schauen Sie sich bei Bedarf den Beitrag zu den Routinen für das Einparken an

Diese Routinen treten hier im Beitrag wieder auf. Aber in verbundener , koordinierter Form, bei einem gesamten Parkablauf. Sie können mit locker und langsam ausgeführten Routinen Entspanung ins Geschehen bringen. Im Routinen-Beitrag wird dazu an vielen Stellen hingewiesen.

Verschiedene Wagenarten, elektronische Assistenzsysteme
Die Routinen fallen leichter, wenn Sie in Ihrem Wagen kein Schaltgetriebe mit Kupplung haben, sondern ein Automatik-Getriebe Ihnen diese Arbeit abnimmt. Auf solche Besonderheiten gehe ich ein. Genauso behandle ich den Einsatz von elektronischen Assistenzsystemen, die auch das Parken inzwischen leichter machen. Die meisten Angsthäsinnen lehnen den Einsatz dieser Hilfsmittel strikt ab. Sie wollen die Sache „von Grund auf“ lernen, ohne den elektronischen „Firlefanz“. Da kann ich nur geduldig darum bitten, sich die Sache doch erst einmal anzuschauen, um in der Praxis doch mit umgehen zu können.

2. Einparken rückwärts rechts längs

Parken rückwärts rechts längs. Fahrlinie grün. Einparken in drei Etappen
Parken rückwärts rechts längs. Fahrlinie grün gepunktet.. Einparken in drei Etappen. 

Der eigentliche Ablauf dieses Einparkens lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Den vierten Abschnitt, Fehlstellung und deren Korrektur, behandle ich im Kapitel extra, wegen der Bedeutung für die Angstbewältigung: 

  1. Suchen und Auswählen der Lücke, Anfangsaufstellung
  2. Hineinfahren in die Lücke nach einem Plan
  3. Rangieren bis zur richtigen Endaufstellung
  4. Fehlstellungen und deren Korrektur

1. Anfangsaufstellung: Eine Parklücke suchen, sich links neben dem vorderen Auto aufstellen, ein Stück weit zurück fahren

Langsam und sehr langsam fahren, beobachten und suchen
Sie suchen eine Parklücke, rückwärts, rechts, längs einzuparken, parallel zum Bordstein. Atmen Sie ruhig. Sagen Sie laut „ich parke gern“. Beobachten Sie den Verkehr, blinken Sie rechts, fahren Sie langsamer. Fährt jemand hinter Ihnen, und es ist zu eng für ihn zum Überholen, sagen Sie: „Der Fahrer ist nett, das wird schon!“ Drängelt der hintere Fahrer sehr, dann lassen Sie sich auf keinen Kampf ein, fahren Sie weiter. Bei einer Einfahrt können Sie ihn vorbei lassen. Dann suchen Sie halt weiter nach einem anderen Parkplatz.

Weitersuchen, ca. 6-m-Lücke finden, aufstellen Spiegel an Spiegel, ein Stück weit zurück kriechen
Suchen Sie vor Ihnen eine vielleicht geeignete Lücke. Die Lücke sollte vor und hinter Ihrem Auto jeweils einen knappen Meter länger sein als Ihr Auto, also insgesamt ca. 6 m. Das sehen Sie noch vor der Lücke nicht so genau, wegen der Perspektive. Daher fahren Sie „auf Verdacht“ vor einer etwaigen Lücke langsamer. Neben der Lücke befindlich beobachten Sie nach hinten, halten halten Sie kurz an, schätzen Sie die Lücke ein: Sollte die Lücke eventuell stimmen – insgesamt ca. 6 m lang, vorne und hinten etwa einen Meter länger als Ihr Auto, also wesentlich größer als Ihr Auto – beobachten Sie wieder, fahren oder besser kriechen Sie langsam weiter. Halten Sie links  neben dem vorderen Auto an, ungefähr auf Höhe Spiegel an Spiegel, Abstand zum jetzt rechts neben Ihnen stehenden Auto reichlich, etwa ein guter halber Meter. Bevor Sie zur Tat schreiten, beobachten Sie wieder. Fährt ein Nachfolgender vorbei, oder kommt Gegenverkehr, erst einmal warten. Beim Warten ruhig atmen, laut sprechen: „Das schaffe ich gut, ich weiß, wie ich in die Lücke hinein komme!“

Ein kleines Stück zurück fahren. „Ich atme ruhig, lasse mir Zeit!“
Wenn alles frei ist oder der Nachfolgende ruhig wartet, ziehen Sie vorsichtig weiter zurück, so weit, bis Sie das Hinterteil des rechten vorderen Autos in Ihrem Dreiecksfenster rechts hinten sehen. Fahren Sie ruhig noch ein ganz bisschen zurück, so dass das Hinterteil des rechts von Ihnen stehenden Autos in Ihrem Dreiecksfenster noch ein wenig nach vorne wandert. Bleiben Sie erst einmal stehen. Atmen Sie ruhig und sagen Sie: „Ich atme ruhig, lasse mir Zeit, so komme ich am besten in die Lücke!“ Sollte dann immer noch alles frei sein, der Nachfolgende steht noch hinter Ihnen, winken Sie ihn vorbei, wenn das überhaupt möglich ist. Ihnen ist dann wohler zumute.

2. Hineinfahren in die Lücke nach einem Plan

„Ich lasse mir Zeit, ich beobachte rundum“
Sie haben die Fahrlinie wie in der Zeichnung oben im Kopf. Beobachten Sie wieder nach hinten, ob alles in Ordnung ist, fahren Sie sehr langsam los, ziehen Sie den Wagen scharf nach rechts in die Lücke hinein. Sie drehen dabei das Lenkrad nach rechts mit der Methode des Übergreifens. Es sind ungefähr 1 1/2 Umdrehungen erforderlich, bis zum Anschlag der Lenkung.  Fahren Sie sehr langsam, wie im „Beitrag Routinen für das Einparken“ beschrieben. Atmen Sie ruhig, sagen Sie laut: „Ich lasse mir Zeit, umso sicherer bin ich und sind die anderen.“ Beobachten Sie in Ihrem linken Außenspiegel den hinten geparkten Pkw. Dieser gerät beim Hineinfahren Ihres Pkw immer mehr in Sicht durch den linken Außenspiegel.

„Ich fahre schräg nach schief in die Lücke hinein, bin erleichtert“
Erscheint der Pkw hinten mittig in Ihrem linken Außenspiegel, machen Sie eine kurze Pause, atmen Sie ruhig, beobachten Sie die Umgebung. Dann fahren Sie weiter, drehen Sie das Lenkrad 1 1/2 Umdrehungen zurück nach links, Dann fährt Ihr Wagen nicht mehr nach scharf nach rechts, sondern auf einer Geraden schräg in die Lücke hinein. Damit entfernt sich Ihr Wagen immer mehr aus der Mitte der Fahrbahn. Ein dort wartender Fahrer kann jetzt weiter fahren. Lassen Sie ihn fort, warten Sie und atmen Sie erleichtert durch. Sie haben das Wichtigste geschafft. Nun  fahren Sie weiter schräg nach schief mit gerade gelenkten Rädern  in die Lücke hinein – bis der linke, hintere Blinker des vorderen Autos Ihre Umweltplakette vorne rechts unten an der Frontscheibe überdeckt.
Nun haben Sie den Vorgang beinahe geschafft. Bleiben Sie kurz stehen, atmen Sie ruhig. Sagen Sie laut: „Wunderbar, gleich habe ich es geschafft. Ich kann es!“

Ein Stück eines Linkskreises fahren
Fahren Sie sehr langsam weiter, drehen Sie dabei das Lenkrad scharf nach links! Das kommt Ihnen komisch vor, wenn Sie diese Routine vorher nicht geübt haben. Sie müssen ein Stück eines Linkskreises fahren, damit Ihr Auto vorne rechts in Richtung Bordstein fährt. Wenn Sie sich dem Bordstein nähern, fahren Sie sehr langsam, drehen Sie das Lenkrad gerade, etwa 1 1/2 Umdrehungen nach rechts. Machen Sie wieder eine kleine Pause, atmen Sie ruhig. Beobachten Sie nach hinten den hinteren Wagen. Wenn Sie sich ihm nähern und die Motorhaube gut sichtbar ist, stimmt alles. Freuen Sie sich, entspannen Sie sich, Sie haben es schon so weit geschafft.

3. Rangieren in der Lücke bis zur endgültigen Aufstellung

Rangieren nach vorne, annähern an den Bordstein, Schlussaufstellung: „Ich bin glücklich!“
Beobachten Sie im rechten Außenspiegel, ob der Abstand zum Bordstein richtig ist. 10 – 20 cm wäre schön. Wenn Sie unsicher sind, ziehen Sie die Handbremse, machen Sie den Motor aus, steigen Sie aus (bitte vorher den Verkehr beobachten!!) und schauen Sie nach. Ziehen Sie nach vorne in Richtung vorderer Wagen. Lassen Sie dort noch Platz, so dass dessen Kennzeichen unten gerade mal gerade mal noch zu sehen ist. Nun seien Sie glücklich, dass Sie das Einparken so gut geschafft haben. Gratulieren Sie sich. Dann die Handbremse ziehen, Gang rein, bei Automatik Wählhebel auf P. Vor dem Aussteigen schauen, auf anderen Verkehr, beispielsweise Radfahrer. Nach dem Aussteigen Türen verriegeln.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.